Meines Erachtens ein fatal falsches Signal. Matschie scheint seine Position als "Königsmacher" in Thüringen zu Kopf gestiegen zu sein. Da scheinen eher persönliche Aversionen gegen den Links-Kandidaten eine Rolle zu spielen. Vor der Wahl einen Politikwechsel zu fordern und dann nach der Wahl doch wieder die CDU an die Macht zu bringen, ist auch ein Wortbruch...
Ich seh ohnehin schon ziemlich schwarz für die SPD. Die CDU kann jetzt bundesweit das quasi sozialdemokratische Regulativ im Vergleich zur Klientelpartei FDP mimen und sich als Interessenvertreter der Arbeitnehmer darstellen, auch wenn das größtenteils Etikettenschwindel ist. Sie wird damit einen weiteren Teil des eher mitte-rechts gerichteten Wählerpotentials der SPD zu sich herüberziehen.
Da hilft nur die Öffnung nach links - insofern ist Matschies Entscheidung ein Rückschritt und trägt nur zur konfusen Außendarstellung der SPD bei. Ich bin sehr gespannt, ob und wie Gabriel und Nahles es schaffen werden, die SPD vor der Spaltung zu bewahren. Mit dem Personalwechsel allein ist es jedenfalls nicht getan. Die SPD muss sich bald entscheiden, wie sie sich grundsätzlich zu den Linken stellt. Sonst ist sie auch bundesweit bald nur noch die dritte Kraft.