Und dann dreh es wieder um, warum sollte jemand wie Rieger tolerant sein, wenn man seiner Meinung gegenüber nicht tolerant ist? So kann man doch nicht argumentieren.
Man sollte jemandem immer mit Toleranz begegnen, damit man zeigt, dass es vielleicht auch anders geht.
Da sind wir bei einem Dilemma und stellen fest, dass es gar keine Toleranz geben kann.
Person A ist intolerant.
Person B ist tolerant.
Szenario 1:
Person B toleriert Person A. Somit toleriert Person B auch die Intoleranz von Person A. Folge: Person B kann sich nicht mehr als tolerant bezeichnen.
Szenario 2:
Person B toleriert Person A nicht. Somit toleriert Person B auch die Intoleranz von Person A nicht. Folge: Aufgrund der Intoleranz gegenüber Person A kann sich Person B nicht mehr als tolerant bezeichnen.
Abgesehen davon ist Toleranz eine umstrittene Moralkategorie. Toleranz impliziert zu einem gewissen Grad auch Legitimation. Wenn ich mich hinstelle und jemanden oder etwas toleriere, mit welchem Recht tue ich das dann? Wenn ich sage, ich toleriere Schwule, Nazis oder Ausländer, stelle ich mich dann nicht moralisch über sie und legitimiere ihren Zustand, für den sie unter Umständen gar nichts können?
Aber Spaß bei Seite, ich will dich ja nicht ärgern. Du hast schon irgendwie Recht. Natürlich ist es scheiße, sich über den Tod eines Menschen (qua Geburt, alles andere wäre zu diskutieren) zu freuen. Es ist einfach falsch. Auch wird die Welt kein besserer Ort dadurch.
Trotzdem denke ich, dass Riegers Tod ein Verlust für die rechte Szene ist und das freut mich schon.
Hier zeigt sich meiner Meinung nach wunderbar, dass kein Mensch perfekt sein kann. Äußert man sich negativ zu Riegers Tod, so stellt man sich als schlecht dar, äußert man sich positiv, dann ebenso.
Am besten hält man dazu einfach die Klappe, was aber den meisten Menschen gegen ihre Natur geht.