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Bundesverkehrsminister lehnt Rauchverbot am Steuer ab
Forderung der Drogenbeauftragten Bätzing - Studie: Dicke Luft in Diskos
BERLIN/HAMBURG (rhp). Bundesverkehrsminister Tiefensee (SPD) hat Überlegungen für ein Rauchverbot am Steuer eine Absage erteilt. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff (CDU) erwartet von der Gesundheitsministerkonferenz am Freitag keine Einigung über bundeseinheitliche Rauchverbote. Einer neuen Studie zufolge ist die Gefahr für Passivraucher in Diskotheken und Kneipen höher als bekannt.
Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Verkehrssicherheit durch Rauchen am Steuer beeinflusst wäre, sagte Tiefensee am Wochenende in Berlin. Daher gebe es keine Überlegungen in seinem Hause, das Rauchen am Steuer zu verbieten. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hatte zuvor erklärt: „Wir prüfen gerade, ob und wie es möglich ist, Rauchen beim Autofahren zu verbieten."
Bätzing betonte, wer etwa mit Kindern unterwegs sei und rauche, handele verantwortungslos. Wie Tiefensee verwies hingegen auch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber darauf, dass Rauchen im eigenen Wagen Privatsache sei: „In seiner privaten Wohnung und in seinem Auto darf der Raucher auch rauchen."
Für neuen Wirbel sorgte unterdessen eine Untersuchung des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die die Luftbelastung in Kneipen, Restaurants und Diskotheken gemessen hat. Die Autoren der Studie kämen zum Schluss, dass die Gesundheitsgefahr durch Passivrauchen an diesen Orten weit größer als bislang bekannt sei, berichtete die „Bild am Sonntag". In Diskotheken seien Feinstaubwerte von über 1000 Mikrogramm je Kubikmeter Luft gemessen worden. Im Freien gilt dagegen ein Grenzwert von nur 50 Mikrogramm.
Niedersachsens Ministerpräsident Wulff sagte in einem Deutschlandfunk-Interview, er denke nicht an eine Einigung der Länder über Rauchverbote beim anstehenden Treffen der Gesundheitsminister. Dies werde wohl eher bei Beratungen der Ministerpräsidenten der Fall sein. Er glaube, dass man sich dabei „über 80 Prozent der Regelungen gemeinsam einigt und dann vielleicht auch Alternativen hat". Er plädierte dafür, dass zwei unterschiedliche Regelungen - insbesondere was Rauchen in Gaststätten betrifft - drei oder vier Jahre gelten sollten, um dann Bilanz zu ziehen. Vergangene Woche hat sich der Bund grundlegend auf Rauchverbote in seinem Kompetenzbereich geeinigt. Das betrifft zum Beispiel öffentliche Gebäude oder den öffentlichen Personenverkehr (Bahn). Kommentar Seite 2
BLATZW
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße
Ausgabe: Nr.42
Datum: Montag, den 19. Februar 2007
Seite: Nr.1
Forderung der Drogenbeauftragten Bätzing - Studie: Dicke Luft in Diskos
BERLIN/HAMBURG (rhp). Bundesverkehrsminister Tiefensee (SPD) hat Überlegungen für ein Rauchverbot am Steuer eine Absage erteilt. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff (CDU) erwartet von der Gesundheitsministerkonferenz am Freitag keine Einigung über bundeseinheitliche Rauchverbote. Einer neuen Studie zufolge ist die Gefahr für Passivraucher in Diskotheken und Kneipen höher als bekannt.
Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Verkehrssicherheit durch Rauchen am Steuer beeinflusst wäre, sagte Tiefensee am Wochenende in Berlin. Daher gebe es keine Überlegungen in seinem Hause, das Rauchen am Steuer zu verbieten. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hatte zuvor erklärt: „Wir prüfen gerade, ob und wie es möglich ist, Rauchen beim Autofahren zu verbieten."
Bätzing betonte, wer etwa mit Kindern unterwegs sei und rauche, handele verantwortungslos. Wie Tiefensee verwies hingegen auch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber darauf, dass Rauchen im eigenen Wagen Privatsache sei: „In seiner privaten Wohnung und in seinem Auto darf der Raucher auch rauchen."
Für neuen Wirbel sorgte unterdessen eine Untersuchung des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die die Luftbelastung in Kneipen, Restaurants und Diskotheken gemessen hat. Die Autoren der Studie kämen zum Schluss, dass die Gesundheitsgefahr durch Passivrauchen an diesen Orten weit größer als bislang bekannt sei, berichtete die „Bild am Sonntag". In Diskotheken seien Feinstaubwerte von über 1000 Mikrogramm je Kubikmeter Luft gemessen worden. Im Freien gilt dagegen ein Grenzwert von nur 50 Mikrogramm.
Niedersachsens Ministerpräsident Wulff sagte in einem Deutschlandfunk-Interview, er denke nicht an eine Einigung der Länder über Rauchverbote beim anstehenden Treffen der Gesundheitsminister. Dies werde wohl eher bei Beratungen der Ministerpräsidenten der Fall sein. Er glaube, dass man sich dabei „über 80 Prozent der Regelungen gemeinsam einigt und dann vielleicht auch Alternativen hat". Er plädierte dafür, dass zwei unterschiedliche Regelungen - insbesondere was Rauchen in Gaststätten betrifft - drei oder vier Jahre gelten sollten, um dann Bilanz zu ziehen. Vergangene Woche hat sich der Bund grundlegend auf Rauchverbote in seinem Kompetenzbereich geeinigt. Das betrifft zum Beispiel öffentliche Gebäude oder den öffentlichen Personenverkehr (Bahn). Kommentar Seite 2
BLATZW
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße
Ausgabe: Nr.42
Datum: Montag, den 19. Februar 2007
Seite: Nr.1