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Leserbriefe
„Anhänger vor den Kopf gestoßen"
Zu den Berichten „Entgleisung kostet Henke 10 000 Euro" vom 26. Oktober sowie zum Kommentar „Verlierer Henke" vom 27. Oktober:
Bravo Herr Henke! Sie haben es geschafft, die vielen treuen Anhänger des 1. FCK in den neuen Bundesländern mit Ihrer verbalen Entgleisungen vor den Kopf zu stoßen und zu beleidigen. Waren es nicht „Scheiß Ossis" (Marschall, Ballack), die maßgeblich daran beteiligt waren, das „Wunder von Lautern" in der Saison 1997/ 1998 zu schaffen? (...) Herrn Rehhagel wären solche Worte nicht über die Lippen gekommen; er hat mit Leistung überzeugt - was man von Ihnen Herr Henke bis zum heutigen Tag aber nicht behaupten kann. Herr Jäggi hätte in diesem Fall genauso konsequent reagieren müssen wie bei Ciriaco Sforza: neben der zu bezahlenden Geldstrafe an die Jugendmannschaft des FC Rot-Weiß-Erfurt, den Trainer mit sofortiger Wirkung zu beurlauben. Das wäre eine glaubwürdige Reaktion auf diesen Skandal!
Jörg Harz, Kaiserslautern
Das ist ja allerliebst, da beschimpft der Trainer die Erfurter Spieler als „Scheiß Ossis", entschuldigt sich danach artig, die Strafe drückt er aus der Portokasse ab und in zwei Wochen ist alles vergessen. Da geht mir das Messer im Sack auf. Vielleicht liegt es ja auch daran, in welchem Bundesland er vorher als Co-Trainer tätig war. Dort scheint das ja öfter der Fall zu sein, sich verbale Entgleisungen in dieser Richtung zu erlauben. Da hätte der Herr Jäggi ganz anders durchgreifen müssen. Wer so in der Öffentlichkeit steht und ein Riesen-Publikum erreicht, der sollte nach solchen Äusserungen seinen Hut nehmen und gehen. Sportlich gesehen wäre das für den Verein so und so das beste. Nach dem Fehler des Torwartwechsels, werden sicher auch noch andere Fehler folgen. Mit diesem Trainer wird der FCK absteigen.
Ulrich Erich, Bad Dürkheim
DIE WOCHENEND-KOLUMNE Ich bin der Meinung, ...
... dass die Lage so brenzlig ist wie noch nie beim FCK .
Alarm! Tabellenplatz 17. Neun Pünktchen nach elf Bundesligaspielen. 27 Gegentore - kein Team hat mehr. Nur zwei Siege, beide gegen Aufsteiger. Mindestens genauso alarmierend für den einstigen pfälzischen Fußball-Stolz 1. FC Kaiserslautern: der Tiefpunkt eines langsamen, aber stetigen Zuschauerschwunds; nur noch 27.468 Fans wollten den FCK gegen den kriselnden TSV Bayer 04 Leverkusen am Samstag sehen. Nicht wenige von ihnen haben Lauterns 2:2-Ausgleich gar nicht mehr mitbekommen, weil sie schon frustriert auf dem Heimweg waren. 80.100 dagegen schauten sich Dortmund gegen Gladbach an. Wenn der FCK und sein gesamtes Umfeld nicht ab sofort wirklich alle an einem Strang ziehen, verabschiedet sich Kaiserslautern im Mai 2006 sang- und klanglos in die Zweite Liga.
Dann wird es brutal für den FCK und seinen Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi. Für den Schweizer, der immer noch nach Investoren sucht, die sich an einer FCK -Kapitalgesellschaft beteiligen, würde dieses Unterfangen eine Etage tiefer noch viel schwieriger. Über ein Finanzszenario für Liga zwei wolle er (noch) gar nicht reden, bekundete Jäggi jüngst bei der Bilanzpressekonferenz. Verständlich, denn es dürfte ein Szenario des Grauens sein.
Das ehemals vereinseigene Stadion, früher eiserne Reserve, hat Jäggi veräußern müssen, um die von der Ex-Vorstandschaft angehäufte Schuldenlast zu tilgen. Das Eigenkapital beläuft sich auf nicht üppige 2,4 Millionen Euro. Der zurzeit so wertvolle Torjäger Halil Altintop geht im Sommer. Ablösefrei. Und die TV-Gelder (12,7 Millionen Euro 2004/2005 - ein Drittel des FCK -Umsatzes) betragen in Liga zwei nur einen Bruchteil.
Stopp! Noch ist es nicht so weit. Aber die Lage ist mehr als prekär. Vor allem angesichts dessen, dass die einst deutschlandweit gefürchteten Stärken des nie sonderlich reichen FCK verschwunden sind: die enge Verbindung zwischen Spielern, Klub und den leidenschaftlichen Fans in der Ex-„Hölle". Das kollektive Jetzt-erst-recht-Gefühl war entscheidend für den direkten Wiederaufstieg nach dem Abstieg 1996. Während in der Eliteklasse 2005 gegen Leverkusen nur 27.468 kamen, wollten 36.396 das 6:2 gegen den weltberühmten VfB Oldenburg am 26. Oktober 1996 sehen - in Liga zwei; 36.611 pilgerten gegen Carl Zeiss Jena auf den Betzenberg. Zahlen, die angesichts der momentanen Entwicklung in einer möglichen Lauterer Zweitliga-Saison 2006/2007 im viel zu großen Top-WM-Stadion utopisch anmuten.
Die Tendenz lässt sich nicht mit bundesweiten Trends erklären: Seit 2001/2002 steigt der Gesamtschnitt ligaweit stetig: von 33.030 über 37.806 im Jahr 2004/2005 auf aktuell 40.158 pro Spiel; der FCK droht auch dort immer weiter hinterherzuhinken, wo er einst vorn dabei war.
Selbst in der Abstiegssaison 1995/1996 kamen nach einem 0:3 in Rostock (!) im Dezember 1995 beim 1:0 gegen das ebenfalls abstiegsbedrohte Leverkusen 34.632, nachdem das 0:0 gegen 1860 München drei Wochen zuvor mit 38.000 ausverkauft war.
Die letzten FCK -Heimspiele 2005 gegen Nürnberg, Frankfurt und Wolfsburg sind für das weitere Schicksal des Vereins ganz entscheidend. Da gilt es für alle - Spieler, Verein, Umfeld und Fans - an einem Strang zu ziehen. Alle haben ihren Anteil an der gefährlichen Entwicklung in Kaiserslautern. Der ohnehin wirtschaftlich gebeutelten Region droht durch einen Abstieg des Aushängeschilds weiteres Ungemach.
Der Teufelskreis beim FCK verschärft sich noch weiter, wenn, wie von Milliardär Dietmar Hopp angekündigt, auch noch ein Retortenverein Rhein-Neckar um die Gunst der Zuschauer in der Vorderpfalz buhlt.
Und dem FCK - zumal, wenn dieser nicht mehr Bundesliga spielt - neben Fans dank des Netzwerkers Hopp auch regionale Investoren streitig macht. Alarm! Der umso heftiger ausfallen muss, wenn Besucher des Mainzer 4:1 gegen Nürnberg sagen: Das war von der Stimmung und von der Leidenschaft von Mannschaft und Fans so wie früher beim FCK .
Quelle:RON
Was will Jäggi denn in Hannover?![]()
Was will er denn in Lautern? In Hannover hätte er eine bessere Mannschaft und die finanzielle Situation ist dort nicht so schlecht wie bei uns. Zudem würden deren Fans ihm vermutlich mehr danken als unsere die von den Sternen träumen die doch unerreichbar sind.
DIE WOCHENEND-KOLUMNE Ich bin der Meinung, ...
... dass die Lage so brenzlig ist wie noch nie beim FCK .
Was will er denn in Lautern? In Hannover hätte er eine bessere Mannschaft und die finanzielle Situation ist dort nicht so schlecht wie bei uns. Zudem würden deren Fans ihm vermutlich mehr danken als unsere die von den Sternen träumen die doch unerreichbar sind.
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