Aus dem Abseits ans Regiepult
FUSSBALL: FCK-Trainer Moser setzt in Freiburg auf Ferydoon Zandi
KAISERSLAUTERN (zkk). Ein leidenschaftliches Bekenntnis zum Verein, ein beherzter Appell an die Ehre und Berufsauffassung der Profis und eine eindringliche Empfehlung an den Boss, in Zukunft nur noch auf Spieler zu setzen, die verinnerlichen, was es heißt, Fußball im Trikot des 1. FC Kaiserslautern spielen und arbeiten zu dürfen. So trat Interimstrainer Hans Werner Moser knapp 28 Stunden vor der Partie beim Bundesliga-Schlusslicht SC Freiburg vor die Medien (Anpfiff: heute, 15.30 Uhr).
„Kaiserslautern, das ist ein bisschen mehr, als hier rumzuschippern", ruft Moser in Erinnerung. Gerade deshalb ärgert ihn die erbärmliche Einstellung so sehr, mit der die Mannschaft das Spiel gegen die Bayern in den Sand setzte. „Die Wochenplanung geht bei vielen Menschen in Richtung FCK. Alle 14 Tage sind viele ab 13 Uhr wie ferngesteuert. Und das nicht nur in der Region Kaiserslautern. Für viele, die von weither kommen, geht es noch viel früher los. Es muss jedem bewusst sein, dass wir so die immer noch vorhandenen Sympathien verspielen. Es geht nicht um mich, es geht um die Mannschaft und den Verein. Wenn ich einem erklären muss, was wir hier am Samstag gespielt haben, dann muss er weg", formulierte Moser bei der gestrigen Pressekonferenz. Im Hintergrund lauschte René C. Jäggi. Drei Spiele bleiben Moser, seine Bewerbung für eine dauerhafte Anstellung als Cheftrainer mit Erfolgen zu unterstreichen.
Wiedergutmachung verlangt er, profihafte Einstellung bis zum letzten Saisonspiel. Den Beweis antreten, dass das Bayern-Spiel eine peinliche Eintagsfliege war, fordert der Coach: „Es zeichnet Profis aus, bis zum Schluss Vollgas zu geben!" Moser weiß, wie sehr die Fans leiden. Und er verübelt auch keinem, der am Samstag schimpfte und mutmaßte, die Truppe habe die Saison schon abgehakt: „Wer das Spiel gesehen hat, der musste so denken! Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass die Mannschaft eine so schlechte Leistung bringen kann. Ich gehe seit 1972 hier ins Stadion, ich hab" nur wenige Heimspiele versäumt und zwischendurch selbst 120 Spiele hier gemacht. Ich weiß, wie meine Kumpels denken, die alle seit vielen Jahren Dauerkarten haben. Die haben den Hals voll!" Genau wie die beiden Fans, die gestern auf dem Trainingsplatz ein Plakat mit der Aufschrift „Könnt ihr nicht? Oder wollt ihr nicht? Kämpft endlich!" anbrachten. Gesehen haben es alle. Ob sie es auch alle verstanden haben?
Gestern nach dem Abschlusstraining fuhr Moser zum Oberligaspiel, das die FCK-Amateure 0:2 bei Eintracht Bad Kreuznach verloren. Er berief Linksfuß Daniel Damm (23) in den Kader und stieß am Abend in Freiburg mit dem Nachzügler zum Team. Die Nachnominierung wurde notwendig, da gestern Kamil Kosowski und Jochen Seitz wegen Grippe das Training abbrachen und heute nicht zur Verfügung stehen. Für den lädierten Ciriaco Sforza kehrt Ferydoon Zandi in die Start-Elf zurück. „Fery hat nicht resigniert, sondern auf hohem Niveau trainiert", lobt Moser die Einstellung seiner Nummer 10. „Ich muss nicht viel reden, sondern auf dem Platz Leistung bringen. Freiburg liegt mir, in drei Spielen hab" ich zwei Tore gegen die gemacht", sinniert der Ex-Freiburger. „Ich muss meine fußballerischen Fähigkeiten einbringen, nur so kann ich der Mannschaft helfen", sagt Zandi , der in den ersten vier Spielen unter Mosers Regie nicht eine Minute zum Einsatz kam.
„Das war nicht einfach, ich habe meine ganze Konzentration auf das Training gelegt", beschreibt Zandi die Wochen im Abseits. Er hofft auf seine Chance, glaubt aber noch nicht ganz, dass er heute wirklich wieder erste Wahl ist: „Ich muss erst auf der Tafel stehen. Wenn das der Fall ist, muss ich Leistung bringen. Wir wissen, dass wir was gutzumachen haben."
So spielen sie:
SC Freiburg: Golz - Kruppke, Olajengbesi, Diarra, Ibertsberger - Aogo - Tanko, Coulibaly, Sanou - Iaschwili, Koejoe - Es fehlen: Mohamad (gesperrt), Ramdane, Riether (Aufbautraining)
1. FC Kaiserslautern: Ernst - Lembi, Hertzsch, Mettomo, Tchato - Riedl, Engelhardt, Blank - Zandi - Altintop, Amanatidis - Ersatz: Macho, Wenzel, Nurmela, Damm, Gjasula, Jancker, Mikic - Es fehlen: Kosowski, Seitz (Grippe), Nerlinger (Zeh lädiert), Sforza (Achillessehne lädiert), Wiese (Kreuzbandriss)
Schiedsrichter: Sippel (München)
Vorrunde: 0:3.
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ