Hallo zusammen…zunächst mal herzlichen Dank für die rege Diskussion hier und für die vielen positiven Beiträge zu unserer Clubgründung. Ok…ich bin also einer von denen die heut früh ihre Hackfresse auf die Titelseite des Lokalteils der RHEINPFALZ haben kleben lassen. Damit doppelt geoutet…PENG! Dass die Resonanz nicht durchweg positiv ausfallen wird, war uns klar und das ist auch gut so. Kontroverse Diskussion fordert und fördert das Thema als solches. Vielleicht ein paar Anmerkungen zu den Beiträgen hier..
@ Klingenstädter
Richtig erkannt und danke für die Anmerkung. Natürlich geht es uns nicht um Abgrenzung, im Gegenteil, eher um Integration und darum, auf Diskriminierung aufmerksam zu machen, Stellung dagegen zu beziehen und "Berührungsängste" und Vorurteile aus der Welt zu schaffen. Das stand ja auch bereits so im Artikel drin und so steht es auch in unserer Satzung. Da wir als eingetragener Verein ins Vereinsregister wollen, müssen wir auch Leute aufnehmen, die eben nicht schwul oder lesbisch sind…und das ist auch gut so.
@ redcity
Warum sollte es bedenklich sein, wenn "jede "normale" Gruppe einen eigenen Fanclub aufmacht"? Fußball ist bunt und die Fankultur lebt von der Vielfalt. Das ist bei vielen Vereinen so und irgendwie in besonderem Maße beim FCK. Wenn man sich die Fanclubliste beim FCK durchschaut, rekrutieren die meisten ihren Namen aus dem Ort, wo der Club seine Heimat hat plus eine nette namentliche Beigabe. Dazu gibt es dann auch auffälligere Fanclubnamen wie FCKFANS gegen Rassismus (supertolle Sache!!!), Dorschdiche Deiwel (klingt verlockend, ich heb selber gern mal einen, aber wohl nix für "Nichtalkoholiker"), Betzemääd (witzige Idee, nehmen die auch Jungs auf?) oder Handicap Devils (ist das ein Club von und für behinderte? Wenn ja, super Sache!). In der Rechtssprechung nennt man eine Außendarstellung, die auch an den Gruppennamen gebunden ist, "identitätsstiftendes Merkmal". Das hat seine Berechtigung in der Club und auch in der Vereinswelt und hat nichts mit Ab- und schon gar nicht mit Ausgrenzung zu tun. Erst Recht nicht, wenn es nach BGB um ordnungsgemäße Vereine geht. Wer da rein darf, regelt die Satzung und nach BGB muss das bei Inanspruchnahme der Gemeinnützigkeit nach Abgabenordnung "jede natürliche Person" sein.
Dass es im Profifußball (oder im Profisport) alles andere als "normal" zu sein scheint, dass ein schwuler Mann sich hinstellt und sagt "ja, ich bin so und ich möchte das so leben", hast Du sehr richtig erkannt. Guter Beitrag!
@ PälzerBU
Im 21. Jahrhundert sind wir faktisch alle angekommen, aber (leider) gibt es auch in unserer Gesellschaft noch Lebensbereiche, wo es alles andere als selbstverständlich ist, dass sich jemand angstfrei dazu bekennen kann, schwul oder lesbisch zu sein. Dazu gehören unter anderem sicher der Staatsdienst, die Kirche und leider eben auch der Profisport, insbesondere der Profifußball. Solange sich hochrangige DFB Funktionäre noch zu Zeiten von Herrn MV, in abendlichen Fernsehrunden hinstellen und dieses Thema von oben runter belächeln und betonen, so etwas gäbe es in unseren Vereinen nicht, solange gestandene Trainer sich antischwul äußern, solange – oft unüberlegte - Beschimpfungen von den Rängen wie "schwule Sau" und ähnliches nicht aufhören, solange hier in diesem Bereich ein Betroffener (Spieler, Funktionär, Schiri…) nicht angstfrei die Möglichkeit hat seine schwule Neigung zu gestehen UND zu leben und sich NICHT verstecken zu müssen…so lange hat ein Verein wie unserer und seine Präsenz seine absolute Berechtigung!
@ Lutra
Im Grunde die gleiche Antwort wie oben zum Thema Berechtigung eines solchen Fanclubs und zum Thema Abgrenzung.
Es wäre übrigens schade wenn wir nun anfangen die Sinnhaftigkeit von einzelnen Fan-Clubs in Frage zu stellen. Die sind nämlich ausnahmslos ALLE sinnvoll, weil es ALLEN um die Unterstützung unseres FCK geht. Punkt. Die Intentionen weiterer Absichten sei doch jedem Fan-Club selber überlassen…egal ob Schobbe trinke, auf Probleme gegen Behinderte aufmerksam machen oder gegen Diskriminierung von Schwulen und Lesben antreten.
Dass wir nun bei der RHEINPFALZ so gelandet sind, vielleicht einfach nur Ergebnis unserer eigenen Pressearbeit, die verdammt weit gestreut war. Wenn man was erreichen will, muss man eben was tun. Ich hätte es begrüßt, wenn der Club, der von und für Behinderte gemacht wird eine ähnliche Erwähnung finden würde…weil das nicht minder wichtig ist. Aber ich hab keine Ahnung, wie und ob die an die Öffentlichkeit gegangen sind.
@ all
Ich musste ja schon schmunzeln, als ich das mit den Prosecco-Gläsern gelesen hab. Danke erstmal allen, die darin gleich eine homophobe Äußerung gesehen habe…nett gemeint, aber macht mal langsam. Wir sind ganz sicher nicht dünnhäutig, sind allesamt mit einer gehörigen Portion Humor ausgestattet und können auch sehr gut über uns selber lachen. Eine Haltung sich jeder aneignen sollte, das macht das Leben nämlich leichter.
Im Übrigen, wer mehr erfahren will, kann sich gern an uns wenden. Ab Ende September ist auch unsere Webseite
www.queer-devils.de freigeschaltet. Oder einfach mailen!