ich kopier dann hier nochmal die beiden RP-Artikel hier rein.
Da stehen nochmal neue Aussagen von den Beteiligten drin:
FCK wirft Sforza raus
FUSSBALL: Jäggi reagiert auf Kritik an Henke
KAISERSLAUTERN (zkk). Die Frage Sforza oder Henke, Spieler oder Trainer, hat René C. Jäggi, der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, am Montagabend mit der Suspendierung von Ciriaco Sforza aus dem Kader des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern beantwortet.
Der Rauswurf des Profis war das Resultat des Krisengipfels des Vereinschefs mit Teammanager Olaf Marschall, Trainer Michael Henke und Ciriaco Sforza . Nach massiver Kritik des Profis an der Arbeit Henkes war es zum Hauskrach gekommen, der mit der schnellen Scheidung endete.
„Ich habe nichts anderes getan, als die Dinge intern anzusprechen. Ich muss die Entscheidung des Trainers und des Vereins akzeptieren, so weh das auch tut", sagt „Ciri" Sforza . „Ich habe dem FCK viel zu verdanken, der FCK hatte mit mir große Erfolge, hat dadurch auch viel Geld verdient. Ich habe meine Philosophie von Fußball, wollte immer nur Erfolg. Das war in den letzten zwei Jahren hier nicht möglich, deshalb habe ich mich - intern - zu Wort gemeldet. Ich hoffe, dass wir uns anständig trennen werden", erklärt Sforza mit Hinweis auf die vom FCK angestrebte Auflösung seines bis 30. Juni 2006 laufenden Vertrages. Als Sforza 2002 von Bayern München zurückkehrte, zum dritten Mal beim FCK unterschrieb, hatte ihn die damalige Vereinsführung mit Jürgen Friedrich an der Spitze mit einem Anschlussvertrag als Sportdirektor ausgestattet. Als dieser Geheimvertrag bekannt geworden war, eskalierte die Führungskrise. Den Kontrakt hatte Jäggi mit Landsmann Sforza in einen Spielervertrag bis 2006 umgewandelt.
Seit Freitagabend haben sich bei den „Roten Teufeln" die Ereignisse überschlagen.
Sforza bat Jäggi am Freitagabend im Seehotel Gelterswoog, wo der FCK mit seiner Mannschaft vor Heimspielen nächtigt, dringend um ein Gespräch. „Das ist dann ziemlich kritisch ausgefallen. Sforza hat den gesamten Trainerstab von oben bis unten, kreuz und quer, massiv kritisiert. Er hat an der Autorität des Trainers genagt", resümiert der Vereinschef. Eine Aussprache nach der Partie gegen Borussia Dortmund sollte anberaumt werden. Am Sonntag dann informierte Jäggi Trainer Henke,
am Montag kam"s zum Krisengipfel, bei dem Sforza seine geharnischte Kritik an der Arbeit des Trainers erneuerte. Eine vernünftige Zusammenarbeit sei danach nicht mehr möglich gewesen, urteilt Jäggi: „Wir mussten uns entscheiden: entweder links oder rechts." Sprich: Sforza oder Henke ...
„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, wir wollten keinen Schnellschuss machen. Aber nach dem, was passiert war, macht es keinen Sinn mehr! Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit war nicht mehr möglich", sieht Henke das Tischtuch zerschnitten. „Ich habe das ,Ciri" in einem sachlichen Gespräch mitgeteilt", sagt Henke. Er zeigt sich „menschlich schwer enttäuscht". „Ich bin auf keinen anderen Spieler zugegangen wie auf ihn. Ich habe ihn ins Boot geholt, wir haben viele Sachen besprochen, weil er zu vielen Dingen ein klare Meinung hat, mir seine Meinung wichtig war. Es ist zunächst ja auch sehr gut angelaufen, es gab in den letzten Wochen aber erste Anzeichen für eine andere Entwicklung", äußert der Lauterer Trainer.
KONZOKH / KONZOKH
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IE RHEINPFALZ
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Spaltpilz Sforza
Von Horst Konzok
Kommt dieser Verein denn nie zur Ruhe? Geht die Selbstzerfleischung des 1. FC Kaiserslautern weiter, bis die Bundesliga-Zugehörigkeit verspielt ist? Der Rauswurf von Ciriaco Sforza wirft diese Fragen auf. Er ist der sechste Profi, der in der Ära Jäggi die Papiere vorzeitig bekam. Beim FCK stimmt es nach wie vor nicht! Ob die Chaostage nun endlich enden?
Sforza ist kein Heiliger. Er war ein internationaler Klassemann, Kopf der Meistermannschaft des FCK 1998, ein Stratege, immer Führungsspieler, aber auch fast immer ein Spaltpilz, weil ein streitbarer und introvertierter Strippenzieher. Unvergessen, dass er 1999 nach der Suspendierung ob der Palastrevolution gegen „König Otto" Rehhagel nur zurückkehren durfte, um dem FCK zwölf Millionen Mark Ablöse von den Bayern zu sichern. Sforza feierte mit 34 Jahren ein großes Comeback nach zwei Achillessehnenrissen. Und war an der Rettung des FCK 2005 maßgeblich beteiligt. Das nötigt Respekt ab.
Aber Sforza galt immer und immer wieder auch als Unruheherd. Auch Trainer Kurt Jara nannte ihn als Ursache seines Scheiterns beim FCK. Sforza wehrt sich gegen das Revoluzzer-Image. Er sieht sich als mündigen Spieler, der nur das Beste für den Verein, für den FCK, will und wollte.
Trainer Michael Henke hat diesen Machtkampf gewonnen. Und wohl auch manche Sympathie im Kader, wo Sforza nicht viele Freunde hat. Aber wenn der Erfolg ausbleibt, werden die kritischen Worte Sforzas, der zu den Details seiner Aussagen (noch) schweigt, wie ein Bumerang zurück kommen.
Für die Seelen der wahren FCK-Fans ist das alles nur ein Trauerspiel. Wieder Unruhe. Wieder negative Schlagzeilen. Mit Stress und Streit zu gehen, das aber zieht sich wie ein roter Faden durch die Karriere Sforzas. Wer ihn kennt, wer ihn schätzt, der hat ihm einen Abschied in Ehren gewünscht. Nicht den üblichen - durch den Hinterausgang ...
Der Rauswurf Ciriaco Sforzas beweist, dass es beim FCK nach wie vor nicht stimmt.
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