Mittwoch, 8. August 2007
Großes Lob für Talente
Seeler erwartet gute HSV-Saison
Begeistert zeigte sich Seeler vor allem von den Sturm-Talenten Sidney Sam (19) und Maxim Choupo-Moting (18): "Die jungen Spieler machen einen guten Eindruck. Sie haben viel Mut am Ball und bewegen sich gut. Solche Talente hatten wir seit Jahrzehnten nicht", so der 70-Jährige. "Ich hoffe, sie bekommen das nötige Vertrauen geschenkt und erhalten eine Chance", fügte er hinzu.
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Sidney Sam – Der nächste Youngster startet durch
Er galt schon immer als ein Talent, das alles mitbringt: Schnelligkeit, Übersicht und alle technischen Fähigkeiten – bereits 2004, als Sidney Sam von Holstein Kiel zum HSV wechselte, sahen viele in ihm einen Kandidaten für ganz oben. Schritt für Schritt macht sich der Juniorennationalspieler auf, diese Hoffnungen zu bestätigen. In der vergangenen Saison schaffte es der 19-Jährige in den Kader vom HSV II und absolvierte die Vorbereitung bei den Profis. Im Testspiel gegen Juventus Turin verbuchte Sam einen ersten Achtungserfolg auf internationaler Bühne. Auch bei der U19-Nationalmannschaft überzeugte der Mittelfeldspieler bei der Europameisterschaft in Österreich.
Am vergangenen Spieltag der Regionalliga avancierte er dann mit zwei Treffern gegen den SC Verl zum Matchwinner und unterstrich seine gute Form. Im Interview mit HSVLIVE äußert sich Sam zu seiner aktuellen Entwicklung.
Hallo Sidney, im UI-Cup und beim Bundesligaauftakt in Hannover hast du bei den Profis das erste Mal auf der Bank gesessen. Welche Emotionen hat das hervorgerufen?
Sam: Es war natürlich eine tolle Erfahrung. Die Atmosphäre, die Fans, alles war sehr beeindruckend. Das ging schon beim Warmmachen los. Ich bin jetzt schon lange in Hamburg und hier quasi groß geworden. Für mich ist ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. Jetzt heißt es weiter Gas geben und dran bleiben.
Gegen Juventus Turin hast du ein Zeichen gesetzt und gegen international erfahrene Profis eine gute Leistung geboten. Warst du dir auf dem Platz bewusst, gegen wen du spielst, oder blendest du das total aus?
Sam: Auf dem Platz gibt es für mich keine Weltmeister und keine Superstars, da spiele ich für meine Mannschaft und mache mein Spiel. Jeder Gegner ist gleich und ich versuche, mein Bestes zu geben.
Zuvor bist Du mit der U19-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft angetreten. Inwieweit hat dir das noch einmal einen zusätzlichen Schub gegeben?
Sam: Wir haben dort wirklich sehr gut gespielt, schade nur, dass wir es nicht ins Finale geschafft haben. Danach habe ich mich darauf eingestellt, wieder beim HSV II zu spielen und zu trainieren. Jetzt trainiere ich bei den Profis und bin sogar im Kader gegen Hannover gewesen. Man sieht, wie schnell es gehen kann.
Fällt dir das Pendeln zwischen den Profis und dem HSV II schwer?
Sam: Überhaupt nicht. Damit komme ich gut zurecht. Ich habe im letzten Jahr komplett beim HSV II gespielt und wir kennen uns alle sehr gut. Wenn ich jetzt von oben runterkomme, werde ich gut aufgenommen und gebe genauso Gas und spiele mein Spiel.
Mit Änis Ben-Hatira und Maxim Choupo-Moting haben zwei weitere Youngster den Sprung an die Profitür geschafft. Hilft es bei der eigenen Entwicklung, dass gleich mehrere Nachwuchsspieler ähnliche Erfahrungen machen wie du?
Sam: Auf jeden Fall. Wir schauen immer, wieweit der andere ist und versuchen auch dort hinzukommen. Auf der einen Seite sind wir Freunde und helfen uns gegenseitig, auf der anderen Seite sind wir Konkurrenten und pushen uns dadurch. Jeder will noch mehr geben, bis wir vielleicht alle drei dabei sind
Merkt man, dass sich euer Stellenwert geändert hat?
Sam: Das merkt man schon. Die Jungen gehören genauso dazu. Die älteren Spieler sehen, dass wir immer Gas geben und immer mehr wollen. Ich denke, die brauchen uns auch, nicht nur wenn mal einer ausfällt, und das zeigen sie uns auch.
Gibt’s Du dir eigentlich noch Zeit oder ist die Ungeduld in der Bundesliga aufzulaufen schon sehr groß?
Sam: Man muss geduldig bleiben. Im Grunde habe ich noch nichts erreicht. Wir jungen Spieler müssen immer mehr Gas geben. In Hamburg ist es auf der einen Seite schwer in die Mannschaft zu kommen, da die Qualität sehr hoch ist. Aber schafft man es, wäre es überragend. Wenn man dann im Kader ist, dann möchte man natürlich auch irgendwann zeigen, was man kann. Darauf hoffe ich schon. Aber dadurch werde ich nicht ungeduldig. Wenn es kommt, dann kommt es.