Moncoutié macht ganz Frankreich froh
Ein französischer Sieg am Nationalfeiertag! David Moncoutié (Cofidis) hat sich bei der Tour de France den in seiner Heimat so wichtigen Erfolg am 14. Juli gesichert.
37 Kilometer vor dem Ziel hatte sich Moncoutié von einer Ausreißergruppe abgesetzt, der auch Stephan Schreck von T-Mobile angehörte, und konnte seinen Vorsprung bis ins Ziel verteidigen. Den französischen Triumph machte Sandy Casar als Zweiter und Patric Halgand als Vierter perfekt. Als Dritter überquerte Angel Vicioso die Ziellinie.
Auf dem Weg von Briancon nach Digne-les-Bains unternahm der Lance Armstrong nicht viel gegen eine 13-köpfige Ausreißergruppe, die den Sieger der 12. Etappe nach 187 Kilometern unter sich ausmachte.
Moncoutié trat in gewisser Weise die Nachfolge von Eddy Merckx an, der bei der letzten Tour-Etappenankunft in Digne 1969 gesiegt hatte. Der Franzose stemmte sich mit einer großen Energieleistung gegen seine Verfolger.
Im Gesamtklassement gab es keine Änderungen: Rekordsieger Armstrong führt auf dem Weg zu seinem siebten Tour-Triumph in Serie weiter mit 38 Sekunden vor dem dänischen Bergkönig Mickael Rasmussen und 2:34 Minuten vor Christophe Moreau (Frankreich). Jan Ullrich (4:02 Minuten zurück) und Andreas Klöden (4:16) verteidigten ihre Plätze neun und zehn. Alexander Winokurow (4:47), der an Armstrongs langer Leine am Vortag in Briancon gewinnen konnte, blieb 12.
Nachdem sich Jens Voigt mit seinem Ausflug in Gelb und Fabian Wegmann im Bergtrikot bereits eindrucksvoll in Szene gesetzt hatten, versuchten Stephan Schreck und Patrik Sinkewitz ins Rampenlicht zu fahren. Doch die beiden Tour-Debütanten aus dem T-Mobile- und Quickstep-Team scheiterten in verschiedenen Ausreißergruppen. Immerhin wurde der Ullrich-Helfer Schreck Etappen-Zwölfter. "Ich hatte heute freie Fahrt, musste aber am Schluss anerkennen, dass die anderen besser waren", sagte Schreck.
Der Deutsche mit den vielleicht meisten Möglichkeiten außerhalb des T-Mobile-Teams musste die Beine ziemlich ruhig halten. Jörg Jaksche, der bei Armstrongs Parforceritt auf der ersten Alpenetappe eine glänzende Figur gemacht hatte, kommt aus seiner Helferrolle bei Liberty Seguros nicht heraus. "Ich bin weiter hier, um Heras und Beloki zu helfen. Manolo Saiz ist der Chef und der bestimmt das so", sagte Jaksche und wirkte dabei am Start in Briancon ein wenig frustriert.
Der Ansbacher Arztsohn liegt nach der 12. Etappe auf Rang 13 des Gesamtklassements weiter deutlich besser platziert als seine beiden spanischen Team-Kapitäne, denen der Manager offensichtlich wenigstens noch einen Etappensieg in den Pyrenäen nahe der Heimat zutraut.
Am Donnerstag war die 92. Tour de France für zwei prominente Fahrer zu Ende: Der zweifache Etappengewinner Tom Boonen aus Belgien, Träger des Grünen Trikots, trat zur 12. Etappe wegen einer Knieverletzung nicht mehr an. Unterwegs gab Armstrong-Helfer und Bergspezialist Manuel Beltran (Spanien) nach einem Sturz auf.
"Alle, die uns im Team in den Bergen nicht helfen können, haben wir heute nach vorne geschickt. Leider hat es nicht ganz geklappt. Die Franzosen haben an ihrem Nationalfeiertag alles gegeben. Für mich war das heute ein schöner Ruhetag", sagte Ullrich nach der Hitzefahrt bei über 36 Grad.
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