Verletzungspech knickt Pfeil
FUSSBALL: FCK heute in Leverkusen - Jara vor Vertragsverlängerung
KAISERSLAUTERN (zkk). Die BayArena war zuletzt ein sehr gutes Pflaster für Ioannis Amanatidis. Heute (15.30 Uhr) aber fehlt der Stürmer dem 1. FC Kaiserslautern im Fußball-Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen. Eine entzündete Sehne im Oberschenkel nervt und knickt den Lauterer Pfeil .
„Ingo Hertzsch und ich haben getroffen", erinnerte Amanatidis gestern vor dem Abschlusstraining an den (sensationellen) 2:1-Sieg mit der Frankfurter Eintracht in der BayArena. Nach Rücksprache mit Trainer Kurt Jara verzichtete der 23-Jährige auf die Dienstreise. Ihm geht es besser, aber die Verletzung ist noch nicht optimal verheilt.
„Wenn mich hier etwas aufregt, dann die Verletzungen", hadert Amanatidis, der im Sommer in Top-Form kam, dann monatelang mit einem Wadenbeinspiralbruch ausfiel, schließlich großen Anteil am FCK-Hoch zum Ende der Vorrunde hatte. „Seit dem Winter-Trainingslager habe ich aber die Probleme mit der Sehne. Die Verletzung stand mir im Weg, um meine wahre Leistung abzurufen", klagt Amanatidis, der nächsten Samstag mit Griechenland in der Ukraine und vier Tage später gegen Albanien in der WM-Qualifikation spielt - wenn die Verletzung abklingt. „Mit Ervin Skela habe ich schon den Trikottausch arrangiert", erzählte „Ianni", dass er mit seinem Spezi, dem künftigen Lauterer, der für Albanien spielt, alles telefonisch vorbereitet hat.
„Letzte Woche gab es Härtefälle bei der Aufstellung, dieses Mal gibt es schon Härtefälle bei der Nominierung des Kaders", stellt FCK-Cheftrainer Kurt Jara angesichts 20 fiter Feldspieler fest. Nur 16 können nominiert werden, Jurgen Gjasula, zuletzt erste Wahl, Mihael Mikic, Christian Nerlinger und Michael Lehmann müssen daheim bleiben. Wieder im Kader sind heute Carsten Jancker, Dimitrios Grammozis und Ferydoon Zandi. Nach Gelb-Sperre und Autounfall sieht der Trainer den Mann mit der Nummer 10 wieder topfit und als Startelf-Kandidat.
Gesetzt ist Ingo Hertzsch, der 2003 vom Hamburger SV zu Bayer Leverkusen wechselte, den Durchbruch dort aber nicht schaffte. Hertzsch stieg nach einem halben Jahr aus, kam im Sommer 2004 nach einem Zwischenspiel im Trikot von Eintracht Frankfurt zum FCK. „Ich habe keinen Groll auf Bayer Leverkusen. Man hat mich dort sehr fair behandelt, auch Trainer Klaus Augenthaler. Obwohl ich nicht spielte, habe ich dort viel gelernt", attestiert der 27 Jahre alte Hertzsch.
„Ingo hat speziell im Frühjahr immer gute Leistungen gebracht. Er hat fast nichts zugelassen. Er spielt kompromisslos, er haut auch mal einen Ball auf die Tribüne. Deshalb habe ich ihm auch zuletzt nach seiner Sperre den Vorzug gegeben", rühmt Kurt Jara die Qualitäten des Sachsen.
Der schwört auf Disziplin gegen einen offensivstarken Gegner, dem der Raum beschnitten werden müsse. Bayers augenblickliche Probleme im Defensivbereich hofft Jara mit seiner selbstbewusst gewordenen Mannschaft konternd ausnutzen zu können.
Die entscheidende Verhandlung zwischen Jaras Rechtsanwalt und FCK-Vorstandschef Jäggi in Sachen Vertragsverlängerung steht bevor. „Spätestens im April muss eine Entscheidung her, im Mai ist die Saison ja schon vorbei", sagt Jara. Der 54-Jährige plant längst die neue Saison.
„Loki ist in meinem Kopf, wie zwei, drei weitere Namen auch", nahm Jara gestern zu Spekulationen über eine Rückkehr von Vratislav Lokvenc Stellung. Sollte der VfL Bochum absteigen, was der Lauterer Trainer angesichts der Kaderqualität noch nicht glauben mag, könnte der dann ablösefreie 31 Jahre alte Ex-Lauterer (wieder) ein Thema werden.
So spielen sie:
Bayer Leverkusen: Butt - Schneider, Callsen-Bracker, Placente, Babic (Dum) - Ramelow - Freier, Ponte, Krzynowek - Berbatov, Voronin - Es fehlen: Juan (Syndesmosebandverletzung), Roque Junior (Trainingsrückstand), Nowotny (Kreuzbandriss)
1. FC Kaiserslautern: Ernst - Lembi, Hertzsch, Wenzel, Blank - Riedl, Sforza, Engelhardt - Zandi - Altintop, Kosowski - Ersatz: Macho, Mettomo, Tchato, Grammozis, Teber, Jancker, Seitz - Es fehlen: Amanatidis (Sehnenentzündung im Oberschenkel), Nurmela (Länderspiel mit Finnland), Wiese (Kreuzbandriss)
Vorrunde: 0:0
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg).
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ