Foda vor Abgang? Montag als Tag der Wahrheit
War das Spiel in Ried das letzte von Franco Foda im Kreis seiner Mannschaft?
Seit zwölf Jahren arbeitet der 43-Jährige in den verschiedensten Funktionen erfolgreich in der steirischen Landeshauptstadt.
Erst wurde er als Spieler mit dem SK Sturm Meister, als Amateur-Coach forcierte er Talente, tat dies auch als Chef-Coach und führte die „Blackies“ gleichzeitig durch die schwersten Jahre der Vereinsgeschichte zurück ins obere Liga-Drittel.
Neben Lautern auch Leverkusen interessiert?
Aber Franco Foda liebt auch den 1. FC Kaiserslautern. Jenen Verein, bei dem der Deutsche in der Jugend gespielt hat, und mit dem er als Profi 1990 Pokalsieger wurde.
Der deutsche Zweitligist buhlt nun um die Dienste des früheren Abwehrspielers. Genau wie mutmaßlich Bayer Leverkusen, wo Foda von 1990 bis 1994 engagiert war.
Der drohende Abgang des Erfolgstrainers war auch in Ried das bestimmende Thema, wo die Grazer trotz einer 2:3-Niederlage die Qualifikation für die Europa League sichergestellt haben.
Besprechung mit Familie, Entscheidung am Montag
Foda selbst gibt sich zugeknöpft. „Ich habe mich bis zum heutigen Tag mit dieser Situation weniger beschäftigt. Meine volle Konzentration galt dem Spiel in Ried“, erklärte er auf „Premiere“.
Dennoch soll nun alles ganz schnell gehen. Bereits am Montag will er ja oder nein zu einem Verbleib an der Mur sagen.
Eigentlich logisch, dass der bodenständige Foda seine Entscheidung auch von seiner Familie abhängig machen will: „Die Jungs werden jetzt feiern, das haben sie verdient. Ich werde mich mit meiner Frau und meinen Kindern besprechen und am Montag im Laufe des Tages eine Entscheidung treffen.“
Glaubt man der Gerüchteküche, wird sie wohl nicht zu Gunsten des SK Sturm ausfallen. Wenn doch, hat Foda zumindest Gesprächsbedarf mit Präsident Hans Rinner.
„Franco weiß, was für ihn richtig ist“
Der Trainer ist nämlich davon irritiert, dass das Vereinsoberhaupt öffentlich über das vorliegende Kaiserslautern-Angebot gesprochen hat, obwohl man Stillschweigen vereinbart habe.
Rinner selbst hofft weiterhin, dass die Zusammenarbeit mit dem Deutschen fortgesetzt wird.
„Franco Foda ist professionell genug, dass er genau weiß, was er tut, und was für ihn richtig ist. Wenn es rein um die Finanzen geht, wird er wahrscheinlich das Angebot aus Deutschland annehmen müssen. Aber es gibt im Fußball auch noch anderes als Geld, und ich glaube, da kann Sturm sehr gut punkten“, erklärte der 46-Jährige auf „Premiere“.
Nachsatz: „Ich hoffe und wünsche mir, dass er bei Sturm bleibt.“
Ausstiegsklausel im Sturm-Vertrag
Geld hat für Foda jedenfalls nicht oberste Priorität, wie er nach dem Match im Innviertel betonte: „Es geht mir nicht ums Finanzielle, wie es mancherorts kolportiert wurde. Es hat andere Gründe, nach denen ich meine Entscheidung treffen werde.“
Foda steht bekanntlich noch bis 2010 in Graz unter Vertrag. Ein Hindernis stellt dieser Kontrakt nicht dar, wie Rinner gesteht:
„Natürlich könnte er wechseln. Es gibt eine Klausel, dass er uns unter gewissen Bedingungen verlassen kann, obwohl er noch ein Jahr Vertrag hat.“
Foda liegt gleichzeitig ein Angebot zu einer vorzeitigen Verlängerung bei Sturm vor. Wenn er den Verein trotzdem verlässt, hat seine Ära mit einer Niederlage geendet.
Ärger über Niederlage in Ried
Zum bereits vierten Mal in dieser Saison verspielte seine Elf einen Zwei-Tore-Vorsprung.
„Wenn wir 2:0 führen, sind wir zu locker und überheblich, spielen nicht mehr so konzentriert. Ich will jedes Spiel gewinnen. So ein Spiel darf man nicht aus der Hand geben. Das hat mich geärgert, und das habe ich der Mannschaft auch so mitgeteilt.“
Unter dem Strich ist Foda mit den Leistungen seiner Schützlinge und Rang vier jedoch zufrieden.
„Großes Kompliment an die Mannschaft, sie hat eine tolle Saison gespielt. Wir haben auch verdient den internationalen Startplatz erreicht. Das ist sehr wichtig für die Fans, und weil Sturm seinen 100. Geburtstag feiert.“
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