Sforza hat, was Latour nicht hat
Von Max Kern | Aktualisiert um 09:41 | 10.06.2009
«Vielleicht löse ich Alex Ferguson bei ManU ab», sagt Ciriaco Sforza auf seiner Homepage auf die Frage, ob er GC-Trainer werde.
Wisst ihr, dass am Mittwoch im Hardturm eine Pressekonferenz steigt?», fragt der Anrufer gestern kurz nach 8 Uhr. Es ist ein Spielervermittler. Er behauptet: «Latour ist weg, Sforza wird als neuer Trainer vorgestellt.» Hoppla. Schweigen in der Leitung.
Nur ein Gerücht? Oder mehr? Sucht GC wirklich einen Nachfolger für Hanspeter Latour (62), dessen Vertrag noch bis Ende der nächsten Saison läuft?
Kurz vor 12 Uhr. Das Gerücht macht die Runde. Ein Anruf aus der Innerschweiz. Wieder ein Spielervermittler: «Wisst ihr, dass am Mittwoch Ciri Sforza als neuer GC-Trainer vorgestellt wird?»
Was ist dran? BLICK versucht, bei den GC-Verantwortlichen Antworten zu bekommen. Kein Erfolg am Telefon. Auf eine E-Mail-Anfrage heisst es: «Kein Kommentar bis Mittwoch.»
Latour weg? Wer beerbt ihn? Sforza (39)? Der ehemalige GC-Junior, der mit 16 sein Debüt in der ersten Mannschaft gibt und mit dem heutigen Nati-Coach Hitzfeld im Hardturm Titel feiert? Später als Bayern-Spieler Champions League und Uefa-Cup gewinnt, seine Sporen als Trainer bei Aufsteiger Luzern abverdient, zuletzt als Co-Kommentator bei SF arbeitet? Oder denkt man an andere Ex-Hopper wie Bochums Marcel Koller (48), Martin Andermatt (47) oder Andy Egli (51)?
«Sforza wird am Mittwoch *vorgestellt», wiederholt der Spielervermittler. Was sagt Sforza?
Der ehemali-ge Nati-Captain hat sein Handy abgestellt. Auf *sei- ner Homepage ist auf die Frage, ob er Basel- oder GC-Trainer werde, zu lesen: «Die Frage ist ein netter Versuch. Vielleicht löse ich Alex Ferguson bei ManU ab. Oder ich übernehme die Nationalelf von Papua-Neuguinea.»
Da ist die Variante GC doch viel wahrscheinlicher. Kein Gerücht ist, dass Sforza wegen sei-nen schulpflichtigen Kindern die Schweiz vorläufig nicht verlassen möchte. Bei Basel und Xamax taucht sein Name zuletzt auf. Anfragen aus Kaiserslautern lehnt er zuletzt immer wieder ab. Folgt Sforza, der in Wohlen AG lebt, nun auf Latour?
Dem Berner Oberländer könnten 14 (!) Unentschieden in der letzten Saison zum Verhängnis werden. Die GC-Führung bemängelte zuletzt immer wieder Latours zu defensives Spiel. Auch teamintern gab es jüngst immer mehr Kritik am Trainer.
«Eimou im Läbe ä Chübu holä», pflegt Latour seit Jahren zu sagen. Als Assistent von Christian Gross (und später von Rolf Fringer) holte er 1998 zwar mit GC den Meister*kübel. Als Cheftrainer bleibt ihm dieses Glück (vorläufig) versagt.
http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/kuebel-mit-gc-121103