Also der Abstieg steht fest, das dürfte jetzt wohl Jedem klar sein.
Die Frage stellt sich nun ja automatisch: Was nun?
Was hier einige Leute sagen, die Nordmannschaften wären nicht so stark wie die Südmannschaften, und das an Hoffenheim,Wehen,St.Pauli und Osnabrück festmachen, werden sich nächste Saison aber die Augen reiben. Durch das neue Konzept der 3.Liga, und den dadurch verbundenen Mehreinnahmen werden die namhaften wie Düsseldorf, Dresden,Wuppertal usw. richtig Geld in die Hand nehmen, was ihnen kurzfristig Euch gegenüber einen Vorteil verschafft. Hinzu kommen die Absteiger, die entweder durch ihre Konzepte (Paderborn) oder durch ihre regionale Einzigartigkeit sich gut verstärken können. Geld habt ihr nicht. Also was machen? Den Kopf in den Sand stecken wäre sicher fatal. Zuallererst mal die Erwartungshaltung nicht allzu hoch schrauben. Ein guter Mittelfeldplatz nächstes Jahr in 3.Liga wäre in guter Anfang um sich weiter zu entwickeln. Dann muß eine Mannschaft auf den Platz, die den Namen verdient.
Ich will aufgrund einiger Vorwürfe in der letzten Zeit jetzt mal keine Parallelen zur Borussia anbringen, sondern mal auf die oben angesprochenen Vereine kommen.
In der heutigen Zeit gibt es nicht mehr die Spieler, die mit dem Verein, den Fans usw. sich identifizieren. Die Spieler schließen Verträge bei einem Arbeitgeber. Diesen erfüllen sie mehr oder weniger gut. Wenige Vereine stechen da heraus. Zum einen die Kultvereine wie z.B. St.Pauli oder eben auch Osnabrück, die in ihrer Art und Weise auch kultmäßig unterwegs sind.
Dort werden die Spieler nicht nach Klasse, vorherigen Erfolgen oder so ausgesucht, sondern nach Charakter. Man schaut, daß die Spieler zur Philosophie des Vereines passen. Bei Osnabrück die Arbeiter, bei St.Pauli die Kämpfer usw. Da ihnen das diese Saison gelungen ist, stehen die jetzt bereits im gesicherten Mittelfeld. Im Laufe der Saison entwickelt sich dann die Identifikation mit dem Verein. Man setzt gemeinsame Ziele, hinter denen jeder einzelne der Mannschaft steht.
Dafür muß man aber wissen wie das Herz in dem verein schlägt, man muß wissen, was ist denn der Charakter des Vereines, und welche Spieler passen dazu.
Eure bisherigen Entscheidungsträger waren dazu nie in der Lage, weil sie nur auf eigene Interessen geachtet haben.
Bei Kuntz sehe ich das anders. Ich glaube damit habt ihr den richtigen Fang gemacht. Der verzichtet auf Kohle, Macht und Ruhm, weil er ein Teil dieses Herzens des Vereines selber in sich trägt.
Da muß ich dann doch mal den Bogen zur Borussia spannen. Wir hatten dieses Glück mit Ziege, zwar in anderer Position, aber der letztes Jahr noch, den Sportdirektorposten für das Gehalt eines Jugendtrainers gemacht hat. Und das liegt mal knapp über dem Bruttodurchschnittseinkommen.
Und es ist gut gegangen.
Und so glaube ich, daß auch ihr auf lange Sicht mit Kuntz endlich mal den Richtigen habt und dadurch eure Abwesenheit aus dem richtigen Profifußball nicht von allzu großer Dauer sein wird.
Viel Glück