Jena. (tlz) Als Kapitän Alexander Seggelke ("Wir haben unheimlich gut als Mannschaft zusammengespielt.") 1:24 Minuten vor Spielschluss das 84:69 für seine POM baskets Jena erzielt hatte, war der Jubel in der Sporthalle in Lobeda-West nicht mehr zu überbieten, und einige Anhänger in der proppenvollen Halle rollten auf der Tribüne das Plakat "Tabellenführer" aus. Am Ende gewannen die Ostthüringer im Topspiel der Südgruppe der zweiten Basketball-Bundesliga gegen den bisherigen Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern verdient mit 87:71 (37:29). "Zu meckern gibt es heute gar nichts. Das, was uns die ganze Zeit stark macht, war heute der entscheidende Schlüssel. Und zwar, dass wir als Team zusammengespielt haben. Wenn man als Team spielt und selbstlos agiert und den Ball passt, kann das kein Gegner unterbinden", war Björn Harmsen, der Chef-Trainer der Jenaer stolz. Gäste-Coach Uwe Sauer war zwar sauer, behielt jedoch die Fassung: "Kompliment an Jena, das war eine starke Vorstellung. Aber wir haben uns noch nicht aufgegeben."
Die Gäste gingen durch einen Dreier von Whit Holcomb-Fayne in Führung, die Gregor Linke prompt ausglich. Doch in der Anfangsphase bestimmen die "Roten Teufel" das Geschehen. Ronald Taylor, der in der letzten Saison für Jena spielte, mit der Rückennummer 0 bei den Pfälzern agierte und mit 19 Punkten treffsicherster FCK-Spieler war, brachte die Gäste mit 11:5 in Vorhand. Jena ließ sich aber nicht beeindrucken. Mischa Zlotowski war es mit einem Dreipunkte-Wurf vorbehalten, sein Team beim 14:13 erstmals in Führung zu werfen. "In der Offensive hat es heute geflutscht. In der Verteidigung wollten wir den Gegner eigentlich noch tiefer halten. Gegen solche Topmannschaften muss man auch mal eine guten Tag erwischen. Das ist uns heute gelungen. Wir müssen jetzt die nächsten acht Spiele gewinnen, danach ist alles offen", sagte Zlotowski nach dem mitreißenden Spiel gegenüber TLZ. Nach dem ersten Viertel führte Jena mit 25:20, bei Halbzeit mit 37:29.
Im dritten Abschnitt setzten sich die Hausherren auch dank eines wahren Dreier-Festivals ab, wobei Al Elliott mit dem 64:50 den Schlusspunkt unter dieses Viertel setzte. Der US-Amerikaner, der nach der Partie seinen 28. Geburtstag ausgiebig feierte, war mit 20 Punkten zweitbester Korbjäger seines Teams. Übertroffen wurde er nur von seinem Landsmann Sean Mc-Caw (24 Punkte).
Im letzten Viertel hielt Jena den Gegner auf Distanz. Insgesamt kam der Gastgeber auf stolze 73 Prozent bei den Dreipunktewürfen (Kaiserslautern: 24%). Auch der Vorteil bei den Rebounds von 39:34 zugunsten der Thüringer waren Garanten des Erfolges, mit dem sich die POM baskets wieder an die Tabellenspitze gesetzt haben.
Jena: McCaw (24), Elliott (20), Seggelke (14), Zlotowski (9), Buss (9), Linke (9), Reyes-Napoles (2), Granz, Franke.
14.01.2007 Von Jens Pachmann
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