Mann, wenn man schon das Bild vom neuen Shootingstar einstellt, dann richtig und in voller Grösse, bitteschön: Einfach nur geil...
Wolfs Wagnis mit Reinert belohnt
Nach Fabian Schönheim nun Daniel Halfar und Sebastian Reinert. Drei 18- jährigen Eigengewächsen zu vertrauen, die noch in der A- Jugend spielen können, würden nicht viele Trainer wagen. Wolfgang Wolf tut's, mit Erfolg. Halfar ersparte mit seinen ersten Bundesligatoren den „ Roten Teufeln“ vorerst den Gang in die Hölle. Anteil am Punktgewinn hatte ebenfalls Reinert. „ Sebastian war über 90 Minuten unser bester Mann.“ Wolf war begeistert vom Wirbel, den der Nobody auf der rechten Außenbahn entfacht hatte.
Reinert selbst war einfach nur happy: „ Ich muss mich zeigen, kämpfen. Dass ich Fußball spielen kann, weiß ich.“ Selbstbewusstsein statt Lampenfieber, das ist nicht selbstverständlich für einen, der zwei Etagen nach oben im Eiltempo zurückgelegt hat. Zunächst Regionalliga, nun Bundesliga. „ Der Unterschied ist schon extrem.“ Reinert hätte nicht geglaubt, dass die Anforderungen derart hoch sind.
Umso erstaunlicher sein toller Auftritt: Extrem lauffreudig, aggressiv, fußballerisch hoch begabt.
LAUTERN: Neue Hoffnung vor dem Duell mit Köln
Abstiegsdrama
Die Reaktionen nach dem 2: 2* Unentschieden in Duisburg fielen beim 1. FC Kaiserslautern unterschiedlich aus. „ Dieser Punkt ist Gold wert. Für die Moral.“
Bei Klubchef René C. Jäggi ist die Hoffnung auf den Ligaverbleib wieder gewachsen. Der spektakuläre Doppelschlag von Schüler Daniel Halfar ( 18) hält den Tabellenletzten am Leben. Vorerst. „ Wir wollten gewinnen. Ein Punkt hilft uns nicht.“ Torjäger Halil Altintop befürchtet indes, der verpasste Sieg könnte am Schluss fehlen! Am Dienstag kommt Köln auf den Betzenberg. Nächster Teil im Abstiegsdrama. Für den Verlierer dürfte es der K. o. sein im Überlebenskampf.
In Duisburg lag Lautern schon am Boden. Angezählt. Durch zwei Tiefschläge, die Schiedsrichter Dr. Felix Brych ( 30) aus München mit krassen Fehlentscheidungen ausgeteilt hatte. „ Das erste Tor war Abseits.“ Der Unparteiische bedauerte später sein Versäumnis, das Markus Kurths 1: 0 ( 40.) begünstigte. Von Einsicht keine Spur dagegen beim zweiten Fauxpas, der zum 2: 0 führte: „ Der Strafstoß war berechtigt. Weil ein Körperkontakt vorlag.“ Was Brych sah, bestätigten die Fernsehbilder nicht.
Überlebenskampf pur, was sich nach der Schwalbe des Duisburgers Marco Caligiuri abspielte. Die Pfälzer tobten, völlig zu Recht. Altintop rannte nach dem Elfmeterpfiff auf Schiedsrichter* Assistent Stefan Weber ( Eisenach) zu, fauchte: „ Die Schwalbe müssen Sie doch gesehen haben!“ Das hatte Weber, der mit Altintop zur Klärung auf Brych zuging. Dass sich der Spielleiter anschließend jedoch noch bei Caligiuri informierte, trieb Lauterns Trainer Wolfgang Wolf die Zornesröte ins Gesicht:
„ Wenn der Linienrichter sagt, das war Schwalbe, wieso muss er dann noch zum Spieler hingehen? Ein Unding!“ Gegenüber DFB* Schiedsrichter- Obmann Volker Roth rechtfertige sich Brych am Sonntag derart: Auch der Assistent sei nicht sicher gewesen, ob ein elfmeterreifes Foul vorlag oder nicht.
Zwei unberechtigte Gegentore in Duisburg, ein klares Handspiel von Ebbe Sand vor dem 0: 1 beim 0: 2 gegen Schalke, ein verweigerter Elfmeter bei Manuel Friedrichs Handspiel und ein reguläres Tor von Ferydoon Zandi im Elfmeterstechen beim DFB-Pokal- Aus gegen Mainz – nachvollziehbar, dass sich der 1. FCK allmählich verschaukelt fühlt. „ Entweder sind die Schiedsrichter so schlecht oder wir werden verfolgt.“ Teammanager Olaf Marschall ist erbost. Doch der 1. FCK ist nicht liegen geblieben. Am Tiefpunkt entdeckte man alte Tugenden neu: Behauptungswille, Kampfgeist, Leidenschaft. Plötzlich ist wieder Hoffnung da. „ Die Spieler haben sich von jedem Nackenschlag erholt, sind zurückgekommen, haben sich gegen das Unrecht aufgebäumt. Ich habe wieder eine Mannschaft gesehen. So muss es weitergehen.“
Wolf sieht den Wendepunkt gekommen, fordert gegen Köln mit einem Sieg nun den endgültigen Befreiungsschlag beim Durchstarten weg vom Tabellenende. Nur: Diese Hoffnung haben sie auch beim Vorletzten 1. FC Köln. Trainer Hanspeter Latour wertet das 0: 0 gegen Stuttgart ebenfalls als Neubeginn: „ Die Mannschaft bekommt jetzt ein Gesicht.“
Am Dienstag müssen die Karten auf den Tisch. Auf dem Betzenberg stehen Lauterns neuer ( Team*) Geist und Kölns Wandel auf dem Prüfstand. Ein erneutes Unentschieden reicht keinem der beiden Traditionsklubs. ULI GERKE
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