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Der 1.FCK Weitspringer Wojtek Czyz

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hey leute,



liege ja zurzeit im krankenhaus in ludwigshafen.

Heute ist Tag der offenen Tür und eben kam die durchsage, dass die Sportler der Paralympics hier sind.



Wojtek auch?
 
sorry, bin spät. aber gute Wünsche kann man doch immer brauchen.



Wojtek, herzlichen Glückwunsch und Respekt für diese Leistung !



Geniesse es einfach....
 
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Wojtek Czyz fliegt zu Gold für Deutschland im Weitsprung.



Gerade bei n-tv.de in der Gallerie gefunden. Nochmal Glückwunsch!
 
Tolle Leistung Wojdi! Du bist ein Vorbild für alle, die nach einem Schicksalsschlag den Kopf in den Sand stecken! Du hast meinen tiefsten Respekt! Glückwunsch für diese Leistung! Mach weiter so!
 
da es hier am Besten passt:



WOJTEK CZYZ AM SONNTAG AUF DEM BETZENBERG



Goldmedaillengewinner Wojtek Czyz vom 1. FC Kaiserslautern wird vor dem Spiel gegen den FSV Frankfurt (Anstoß: Sonntag, 28.09.08 um 14.00 Uhr) auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions geehrt.



...



Goldmedaillengewinner Wojtek Czyz: "Ich freue mich riesig auf die FCK-Fans am Sonntag - ihre Begeisterung hat mich bis nach Peking getragen und ich habe nun als Dank die Goldmedaille mitgebracht! Natürlich habe ich auch im fernen Osten die Spiele des FCK verfolgt - ich saß immer vor dem Live-Ticker! Absoluter Wahnsinn was die Jungs leisten!"



kompletter Text: http://www.fck.de/content/aktuell/news/15431_scrolltext.htmlhttp://www.fck.de/content/aktuell/news/15431_scrolltext.html
 
Mein Lieber Mann - ich muss zugeben dass ich mich vorher nicht wirklich mit Wojtek auseinander gesetzt hatte, aber nach seienm Auftritt gestern hat er einen Fan dazugewonnen. Die Aussage " Für Euch reiß ich mir auf der ganzen Welt den Arsch auf" war ja wohl der absolute Wahnsinn. Ein echter Lautrer - danke für alles!
 
Czyz: Kaiserslautern steht zu mir

Empfang für Peking-Weltrekordler im Casimirsaal



Bei einem Empfang im Casimirsaal ist Wojtek Czyz gestern von Oberbürgermeister Klaus Weichel für den Gewinn der Goldmedaille im Weitsprung bei den Paralympics 2008 in Peking geehrt worden. „Sie sind ein Vorbild für uns alle", lobte Weichel in Anwesenheit von zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport den behinderten Sportler, der sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt eintrug.





Es sei für ihn als Oberbürgermeister eine schöne Pflicht, Wojtek Czyz für seine vorbildliche Leistung in Peking zu ehren, stellte Weichel in seiner Rede fest und bezeichnete den 28 Jahre alten Athleten als „ein herausragendes Beispiel für den Behindertensport". Czyz sei ein Botschafter für die Stadt Kaiserslautern und für den 1. FC Kaiserslautern.





Der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, Stefan Kuntz, erklärte, dass es ihn mit Stolz erfülle, dass der Goldmedaillengewinner dem FCK angehöre und daher ein Aushängeschild für den Verein sei. „Vielen Dank dafür, was Du für uns getan hast", sagte Kuntz in Richtung Wojtek Czyz. Er kündigte an, dass der Athlet im Anschluss an die Ehrung im Casimirsaal auch noch auf dem Betzenberg vom 1. FCK, im Rahmen der Zweitligapartie der „Roten Teufel" gegen den FSV Frankfurt, für seine Leistung in Peking geehrt werde.





Wojtek Czyz hatte sich am 16. September vor 80.000 Zuschauern im Pekinger „Vogelnest" mit der Weltrekordweite von 6,50 Metern die Goldmedaille im Weitsprung gesichert. Fast auf den Tag genau vor sieben Jahren hatte sich Czyz bei einem Fußballspiel die schwere Verletzung zugezogen, die dann zur Amputation seines linken Beines führte.





In seiner kurzen Ansprache bedankte sich Czyz für die Unterstützung und Ehrung und meinte: „Ich habe das Gefühl, dass man in Kaiserslautern zu mir steht."





Am Rande des Empfangs erklärte Czyz gegenüber der RHEINPFALZ, dass er auch in vier Jahren in London bei den nächsten Paralympics mit von der Partie sein wolle. (pkn)







REDZIMH



Die Rheinpfalz, 29.9.08
 
Mein Lieber Mann - ich muss zugeben dass ich mich vorher nicht wirklich mit Wojtek auseinander gesetzt hatte, aber nach seienm Auftritt gestern hat er einen Fan dazugewonnen. Die Aussage " Für Euch reiß ich mir auf der ganzen Welt den Arsch auf" war ja wohl der absolute Wahnsinn. Ein echter Lautrer - danke für alles!
Also ich für meinen Teil hatte soooooo ne Gänsehaut... und das lag nicht daran, dass mir eh den ganzen Tag kalt war.
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Wirklich Wahnsinn seine Ansprache!
 
Kann mich AndyU und rmpa nur anschließen.



Für deine Ehrung Wojdi habe ich gern auf YNWA verzichtet
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, du bist ein echter FCKler! Danke für deine tolle Ansprache! Gänsehautstimmung!



Nochmal Glückwunsch zur Medaille!
 
Auch ich kann mich meinen "Vorschreibern" nur anschließen!



Wahnsinns Ansprache und nochmals Herzlichen Glückwunsch zur Medaille und Deinem Weltrekord!!!
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wojtek du bist echt ein klasse typ!!!

du bist ein vorbild für alle und verkörperst den ''jetzt erst recht''gedanke,der den fck so stark und berühmt macht.

du lebst das motto''lautrer geben niemals auf,sie kämpfen'' wie kein zweiter.

ich habe einen riesen respekt vor dir!!!

also nochmal,herzlichen glückwunsch und danke für die tollen worte am sonntag aufm betze,hatte richtig gänsehaut!!!
 
Tolle Ansprache! Tolle Sache allgemein, dass solche herausragenden Sportler und Typen wie Du, die den FCK so hervorragend repräsentieren, auf dem Betze geehrt werden. Das gehört einfach zur FCK-Familie! Verein + Fans danken Wojtek, Wojtek dankt Verein + Fans! Das war einfach eine schöne Sache, eine tolle Geste - von beiden Seiten.



Im gestrigen Flutlicht-Bericht sprach Wojtek davon, dass er u.a. durch Beiträge in Foren motiviert worden sei, ... das ist einfach ne tolle Sache, wenn man hört, dass man auch dadurch helfen kann!
 
ich muss zugeben: ich hatte n bisschen pipi in den augen.

wojdi, du bist echt n super typ. gänsehautatmo gestern, deine ansprache ging wirklich ans herz. du bist echt n vorbild.

wir sind stolz auf dich, aber sowas von! rock on, wojdi!
 
da kam richtig gänsehautstimmung auf, selbst bei mir..

ein grandioser sportler, mehr gibts dazu nicht zu sagen...

wer kurz vor olympia, bzw. in der vorbereitung, pfeiferisches

drüsenfieber bzw. eine grippe erleidet, und mit einem

mittelfußbruch im ersten versuch überragenden weltrekord springt,

der hat allergrößtes lob verdient.. wojdi,ein wahrer teufel !!!
 
Von mir auch herzliche Glückwünsche. Hätte das Ergebnis zwar anders erwartet (Tendenz gegen Platz eins
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) - aber das sollte man auch nicht überbewerten.



Ich denke die Belohnung für die Mühen gab's in Bejing - und auf dem Betzenberg!
 
Lautrer geben niemals auf



Wojtek Czyz aus Kaiserslautern setzt seine Karriere bis zu den Paralympics in London 2012 fort. Nach drei olympischen Goldmedaillen 2004 in Athen ließ der 28-Jährige 2008 in Peking im Weitsprung erneut Gold folgen. Der Vertrag des Sportlers beim 1. FC Kaiserslautern wird um vier Jahre verlängert. Von Horst Konzok



Die Zeiten sind unruhig bei Wojtek Czyz. Für den Goldjungen aus Kaiserslautern hat sich so vieles geändert in den Tagen vor und nach dem Goldsprung von Peking. Da ist die Sorge um den schwer erkrankten Vater Jan, um den sich der Student der Sportökonomie im umgebauten Eigenheim am Kaiserslauterer Kaiserberg liebevoll kümmert. Da ist aber auch der neue Lebensgefährte - Sammy, ein Labrador, gerade mal drei Monate alt. Später soll er den Sportler bei den Trainingsläufen durch die Lautrer Wälder begleiten. „Ein Tier bedeutet Verantwortung. Es ist quasi die Vorstufe zum Kind", sinniert der Leichtathlet bewegt und glücklich. Mit Sammy hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt.



6,50 Meter - Weltrekord, Sieg bei den Paralympics, den Olympischen Spielen der Menschen mit Handicap. Man darf auch sagen, der Sportler mit körperlicher Beeinträchtigung, mit Behinderung. Czyz lebt und springt seit 2001 mit Prothese. Im Fußball-Verbandsligaspiel seines VfR Grünstadt gegen SV Niederauerbach brutal gefoult, Opfer einer Irrfahrt durch drei Krankenhäuser, musste dem damals 21-Jährigen in der vierten Klinik der Unterschenkel amputiert werden. Der Vertrag beim damaligen Drittligisten Fortuna Köln war Makulatur, der Traum von der Karriere als Fußball-Profi einem Albtraum gewichen. Heute springt Czyz mit einer Hightech-Sportprothese. Seine erste Sportprothese, damals 50.000 D-Mark teuer, finanzierte ihm im Mai 2002 durch ein Benefizspiel der 1. FC Kaiserslautern. Eine Herzensbeziehung!



Der FCK ist seit 2007 die sportliche Heimat Czyz". Das bleibt so. Um vier Jahre, bis zu den Paralympics 2012 in London, wird der Vertrag verlängert werden, nachdem der Entschluss steht, die Karriere so lange fortzusetzen und möglichst zu krönen. „Die Verträge sind unterschriftsreif, die Gremien im Verein haben zugestimmt", bestätigt FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz, dass die Unterschriften letztlich nur noch Formsache sind. „Wojtek ist ein hervorragender Botschafter für den FCK, ein herausragender Mensch. Es lohnt sich, ihn mit seinem Sport zu unterstützen", bekräftigt Kuntz, dem der eiserne Wille Czyz" imponiert. Da ist einer mit Herzblut unterwegs!



2008 - für den Athleten Czyz ein dramatisches Jahr. Verletzungen, Krankheiten, Operation. Das Pfeiffersche Drüsenfieber setzte ihn sprichwörtlich matt. Kaum wieder genesen - ein angebrochener Mittelfuß kurz vor den Paralympics.



Wojtek Czyz musste den geplanten Start über die 100 Meter streichen, konzentrierte sich auf den Weitsprung. „Mein Glück war, dass ich als Erster springen konnte", sagt Czyz rückblickend. Schmerzstillende Medikamente ließen den Start zu. 90.000 Menschen - und ein wild entschlossener, hoch konzentrierter Athlet. Er blendet alle und alles aus. Der Antritt. Der Sprung. Der Flug. Die Landung. Alles passt. 6,50 Meter! Weltrekord. „Die Konkurrenz war geschockt", weiß Czyz. Die Wirkung der Medikamente ließ rasch nach, die Schmerzen waren zurück, sie wüteten je länger der Wettkampf lief. Am Ende stand Gold!



Ein triumphaler Empfang auf dem Betzenberg folgte vor dem FCK-Spiel gegen den FSV Frankfurt. Stefan Kuntz gab Wojtek Czyz die Ehre. Welch ein Tag! Welche Gefühle! „Ich wollte immer mal als Fußballer da unten auf dem Rasen stehen ...", bekennt Czyz tief bewegt. Jetzt steht er da unten - vergoldet. Olympiasieger. Und er trägt das Trikot seines Vereins. „Wenn ich an die Ehrung im Stadion denke, da bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut. Das war fantastisch. Unbeschreibliche Emotionen, das zu erleben, von den Fans so gefeiert zu werden. Sie haben sich viel Mühe gegeben mit dem Poster und der Aufschrift ,Wojtek, Lautrer geben niemals auf!" Einfach schön."



2009 - ein Jahr des Übergangs für den Sportler. Er startet bei den Deutschen Meisterschaften, bei der WM der Amputierten in Indien, als Dank für seine Sponsoren vielleicht bei der Eisenberger Flugnacht. Mit Kaiserslauterns OB Weichel hat Czyz einen Auftritt beim Altstadtfest vereinbart. Wojtek Czyz, der Goldjunge im Dress der „Roten Teufel".



KAMMC



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QUERPASS

Leitfigur

Wojtek Czyz ist zum Gesicht des Behindertensports geworden. Czyz öffnet vielen viele Türen.

VON HORST KONZOK



Wojtek Czyz hätte Modell gestanden haben können für die nun gar preisgekrönte Herzblut-Kampagne, mit der Stefan Kuntz nach seiner Amtsübernahme beim 1. FC Kaiserslautern Mannschaft und Fans wieder auf Linie bekam. Mit ganz viel Herz, mit unglaublichem Mut und unbeugsamer Leidenschaft hat Czyz die persönliche Tragödie, die Amputation, verarbeitet, verkraftet - und als Leichtathlet einen geradezu sensationellen Aufstieg erlebt. Czyz ist spätestens seit seinen drei Goldmedaillen von Athen 2004 eine Lokomotive für die Paralympics-Bewegung. Der begeisternde Athlet, auch rhetorisch brillant, ein Motivator, ein Mensch mit einem gewinnenden Wesen, ist zu einem Gesicht, zu einem Botschafter der Paralympics geworden. Czyz hat viele bewegt und vieles bewegt. Nach großem Leid ist er zu einer Leitfigur geworden!



Wojtek Czyz, der Leichtathlet aus Kaiserslautern, und Hannelore Brenner, die vergoldete Reiterin aus dem rheinhessischen Wachenheim im Zellertal, haben es schon bei der Rückkehr von den Spielen in Peking beim Empfang in Mainz dankbar bemerkt, gelobt und gewürdigt: Die Behindertensportler in Rheinland-Pfalz erfreuen sich einer erstklassigen Förderung. Die Erfolge von Czyz, den Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler vom TV Wattenscheid zurück in die Heimat holte, haben vielen viele Türen geöffnet. Sponsoren bekennen sich, das Fernsehen ist aufmerksam geworden. Czyz ist ein Motor der Bewegung. Davon profitieren nun viele. Und das ist auch gut so.



2012 - London. Das Fernziel für das große Finale einer bemerkenswerten Karriere. Als Fußballer träumte er den Traum von der Profi-Laufbahn, als Leichtathlet ist er ein absolut professionell arbeitender Leistungssportler, der nebenbei in Köln studiert. In Norbert Stein weiß er dort seit langem einen Trainer, einen Freund und Vertrauten an seiner Seite. In Kaiserslautern besitzt der Athlet sehr gute Trainingsbedingungen. Die Vertragsunterschrift beim FCK ist ein gutes Signal. Czyz ist FCK-Fan. Dass er das Trikot tragen kann und darf, ist eine zusätzliche Motivation für den „Goldjungen", der seine Verletzungen in den zurückliegenden Wochen auskurierte. Und nun wieder ins Training einsteigt. Der Weg nach London ist lang, das letzte Hurra das große Ziel.



KAMMC





Quelle:

Verlag: DIE RHEINPFALZ

Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße

Ausgabe: Nr.6

Datum: Sonntag, den 08. Februar 2009

Seite: Nr.15
 
<span>Mit einem Bein im Leben stehen</span>



Mit 21 hat Wojtek Czyz nach einem tragischen Unfall beim Fußball Knie und Unterschenkel durch Amputation verloren. Als Leichtathlet schreibt der Sportstudent vom 1. FC Kaiserslautern vergoldete Kapitel deutscher Sportgeschichte. Durch vier Goldmedaillen bei den Paralympics ist er zum Vorbild geworden.



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Von Horst Konzok



15. September 2001, etwa 16.35 Uhr: Wojtek Czyz wird im Verbandsligaspiel des VfR Grünstadt gegen den SV Niederauerbach schwer verletzt. Im Knie geht kaputt, was nur kaputt gehen kann. Arterie und Vene sind zerfetzt - der Unterschenkel wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Für den 21-Jährigen beginnt eine dramatische Irrfahrt durch drei Kliniken. Es ist nach Mitternacht, als der talentierte Fußballer in Homburg endlich operiert wird. Zu spät!



Czyz wird Tage später in die Uni-Klinik Mainz verlegt - Unterschenkel und Knie des rechten Beins müssen amputiert werden. „Hätte man mich innerhalb von sechs Stunden operiert, ich hätte mein Bein nicht verloren", sagt Wojtek Czyz ebenso nüchtern wie bitter, als er sich im Herbst 2001 in der Fachklinik Ichenhausen dem neuen Leben stellt. Dem Leben mit der Prothese. Er lernt mit ihr zu gehen - und macht einer alten Dame in der Reha Mut, die sich schwer tut, sich mit der Prothese zu bewegen.



Als Czyz die Klinik verlässt, geht er in eine ungewisse Zukunft. Körperlich ist er gestärkt, doch das seelische Gleichgewicht ist noch nicht wieder erlangt. „Ich habe Angst vor den Blicken ...", gesteht der junge Mann. Und wird schon bald offen über sein Schicksal sprechen - und Schicksalsgefährten durch seine Tatkraft ermutigen. Er wird durch seine Erfolge als Leichtathlet rasch zu einem Botschafter des Behindertensports, den er nicht so nennen mag: „Wir sind Sportler mit Handicap."



„Mit einem Bein im Leben stehen", sagt Czyz, als er sein zweites Leben zu leben beginnt. Seit der Reha in Ichenhausen hat er ein Vorbild, das ihm Mut macht: Roberto Simonazzi, sein Therapeut. Auch der ist amputiert - und Paralympics-Sieger.



Mit der Amputation ist für Czyz der Traum, Fußball-Profi zu werden, gestorben. „Ich dachte, ich springe aus dem Fenster ...' Verzweiflung. Schmerzen. Angst. Trauer. Tränen. Panik. Die Gefühle sorgen für Gedankensalat. Alle nur erdenklichen Wege münden in einer tiefen, schwarzen Sackgasse der Ausweglosigkeit. Die Ampel der Hoffnung steht scheinbar 24 Stunden auf Rot. Aber da war die damalige Freundin: Jenny gab Kraft. Da war der Grünstadter VfR-Trainer Günter Krist, Czyz" ehemalige Trainer Dieter Kitzmann und Michael Serr. Freunde in der Not, die neuen Mut machten. Freunde fürs Leben.



„Ich habe den Torwart gefragt. Warum hast Du das gemacht? Du hast mir alles kaputt gemacht ...' Der Torhüter hat nicht geantwortet, er hat sich bis heute nicht entschuldigt. Das brutale Foul, die tragischen Folgen, haben Wojtek Czyz tief erschüttert, sein Leben auf den Kopf gestellt, ihm seinen größten Traum geraubt. Er wollte Fußball-Profi werden. Vier Tage vor seinem dramatischen Unfall hatte er einen Vertrag beim damaligen Drittligisten Fortuna Köln unterschrieben, Torhüter Tim Wiese beim Probetraining frech getunnelt. „Wojtek hätte es im Fußball schaffen können', urteilt Uwe Fuchs, damals Fortunen-Trainer, heute Coach des Drittligisten Wuppertaler SV.



Wojtek Czyz aber lernt schnell, die Realität anzunehmen. Er akzeptiert das hier und heute. Er verfolgt neue Ziele - im Sport und im richtigen Leben. Er schöpft Mut für den langen Weg zu den Paralympics 2004, den er schnell gehen muss. Er hat knapp drei Jahre, um vom Fußballer zum Leichtathleten zu werden.



Beseelt vom Willen, es zu schaffen, beginnt er eisern zu trainieren. Sein sportliches Talent erleichtert den Umstieg. Czyz ist schnell erfolgreich: 100 m, 200 m, Weitsprung.



Am 18. Mai 2002 bestreitet der 1. FC Kaiserslautern ein Benefizspiel für Czyz - 50.000 Mark werden eingespielt, die spezielle Sportprothese so finanziert. Die Aktion sieht Czyz auch als Verpflichtung, mit Leistung Dank zu sagen. Und später selbst zu helfen. Seine Erfolge geben auch anderen, die sein Schicksal teilen, Hoffnung. Peter Schlegel, der einstige Fußballtrainer aus Haßloch, beispielsweise orientierte sich an Czyz.



Wojtek Czyz studiert an der Sporthochschule Köln. Er findet dort ideale Bedingungen und in Norbert Stein einen Trainer, der zum väterlichen Freund wird. Zunächst startet der Kaiserslauterer für den TV Wattenscheid, inzwischen ist der 28-Jährige für den 1. FC Kaiserslautern aktiv. Ein Traum erfüllt sich - wenn auch anders, als erhofft: „Ich habe immer davon geträumt, für den FCK zu spielen Dass ich jetzt das FCK-Trikot trage, ist zusätzliche Motivation. Und es macht mich stolz."



Dreimal Gold bei den Paralympics in Athen 2004, Gold im Weitsprung 2008 in Peking - trotz der Verletzungen und des Pfeifferschen Drüsenfiebers im Vorfeld. Mit angebrochenem Mittelfuß springt Czyz in Peking zu Gold - 6,50 Meter - Weltrekord!



„Denke nicht an das, was du warst, sondern an das, was du bist und zu sein dich sehnst." Der Leitsatz für große Sprünge. Bis 2012, bis zu den Paralympics in London, will Czyz, der seinen Vertrag beim FCK um vier Jahr verlängerte, aktiv (und erfolgreich) bleiben. Ein Weg, ein Ziel.



Wojtek Czyz - als Sportler ein Vorbild. Wojtek Czyz - als Mensch mit Handicap für viele andere ein Beispiel, ein schweres Schicksal anzunehmen. Und es mutig zu meistern.









Quelle:

Verlag: DIE RHEINPFALZ

Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße

Ausgabe: Nr.65

Datum: Mittwoch, den 18. März 2009

Seite: Nr.8
 
Herzlichen Glückwunsch zur Deutschen Meisterschaft.



Wojtek Czyz Deutscher Meister



Paralympics-Sieger Wojtek Czyz (28 ) vom 1.FC Kaiserslautern ist in Sindelfingen mit 6,27 Metern Deutscher Weitsprungmeister geworden. Das große Ziel des Weltrekordlers aber sind die Weltmeisterschaften Ende November in Indien. (zkk)



Quelle: Rheinpfalz Sport Telegramm
 
Herzlichen Glückwunsch an den FCK-Weitspringer und Super-Leichtathlet zum Gewinn der beiden Weltmeistertitel (Weitsprung und 100m).

Viel Glück auch bei den beiden nächsten Wettbewerben mit Titelchancen (200m und Staffeln).



...und schon wieder steht eine Ehrung in einem vollen FWS an.

Wojtek Czyz ist der zur Zeit größte Sportler der beim FCK unter Vertrag steht!
 
CZYZ ERFOLGREICHSTER STARTER



Leichtathletik. Wojtek Czyz (1. FC Kaiserslautern) war mit der erfolgreichste Starter bei den Weltmeisterschaften der Behinderten in Bangaluru (Indien). Über 200 Meter verlor Czyz zwar ganz klar auf Goldkurs liegend seine Prothese und schied aus. Als Schlussläufer der Viermal-100-Meter-Staffel sicherte er jedoch Platz eins. Zuvor hatte der Lauterer über 100 m und im Weitsprung triumphiert. Über 200 Meter wollte Czyz eigentlich seinen Weltrekord von 25,75 Sekunden angreifen. (ras)
 
Mich hat eine neue Sache gepackt: Segeln

Jockgrim: Vor Schülern der IGS Rheinzabern spricht Wojtek Czyzüber Schicksal, Durchhalten und das Siegen. Der mehrfacheGoldmedaillengewinner der Paralympics von Peking hat neue Ziele.



„Wenn Sie ein neues Bein bekommen könnten, würden Sie es nehmen?", fragt ein Mädchen aus dem Publikum. Eine direkte Frage, ohne Rücksicht auf die Gefühle von Wojtek Czyz. Der lächelt offen und erklärt: Natürlich würde er ein neues Bein nehmen, wenn man nur eine Tablette dafür nehmen müsste und es nachwachse. Doch die Möglichkeit gebe es eben nicht; und selbst wenn es mit einer Transplantation machbar wäre: Es würde heißen, lebenslang Medikamente zu nehmen - das wolle er nicht. „Ich bin ja nicht eingeschränkt mit der Prothese", erklärt er der Fragestellerin geduldig.





Der Ausnahmesportler, Jahrgang 1980, „Goldjunge" der Paralympics, hat zuvor von seinem Leben erzählt. Ruhig hat er geschildert, wie ihn eine zu spät behandelte Sportverletzung den linken Unterschenkel gekostet hat - kurz bevor er bei Fortuna Köln in den Profifußball hätte einsteigen können. Mit Begeisterung erzählte er, wie er dann Leichtathlet geworden ist und prompt bei den Deutschen Meisterschaften zwei Rekorde aufstellte, olympisches Gold holte und Gerhard Schröder verjagte. Czyz ist ehrgeizig, er braucht den Wettbewerb und das Gefühl, in ein volles Stadion einzulaufen, wie er verrät.





Hat er Gräuel, wenn er an den Unfall mit dem gegnerischen Torwart bei seinem Abschiedspiel beim VfR Grünstadt zurückdenkt? Nein, sagt Czyz. Ihm bleibe ja ein Trost: „Ich weiß nicht, was ich heute machen würde, wenn ich nicht das Probetraining in Köln gehabt hätte", sagt er. Das gebe ihm noch heute die Gewissheit, er hätte dabei sein können. Das sei sogar ein Antrieb für ihn gewesen. Gibt es für ihn neue Ziele? Czyz: Sicher gebe es für ihn immer neue Ziele. Aber: „Durch die ganze Sache habe ich eines gelernt - das Wichtigste ist Gesundheit." Und natürlich wolle er noch bei den Paralympics in London 2012 antreten.





Wie verträgt sich die Aussage über die Gesundheit mit seiner Schilderung, dass er den angebrochenen Mittelfuß bei den Paralympics in Peking nur mit Schmerzmitteln übertüncht habe? Stimmt, das sei ein Widerspruch, gibt Czyz unumwunden zu. „Sie arbeiten auf etwas hin, vier Jahre Vorbereitung - und dann sollen Sie nicht hingehen?", fragt er. „Ich hatte mich informiert: Mehr als durchbrechen konnte das Ding nicht." Daher sei es ihm nur darum gegangen, den Schmerz zu unterdrücken.





Das Publikum im voll besetzten Ziegeleimuseum in Jockgrim lacht zwischendurch, weil Czyz auch flapsig erzählt. Er spricht davon, dass man als Leichtathlet ab 30 „zu alt" wird. Er berichtet auch, wie sich falsche Freunde bei ihm gemeldet haben, nachdem seine Erfolge sich häuften und davon, dass ihm seine Familie immer geholfen habe, auf dem Teppich zu bleiben.





„Ich wusste nicht, was auf mich zukommt", sagt eine Frau aus dem Publikum nach dem Vortrag. Ihre Tochter habe Czyz schon nachmittags in der IGS Rheinzabern kennengelernt, wo er mit Kindern und Jugendlichen gesprochen hat. „Das ist ein faszinierender Mensch, ich hätte wirklich etwas verpasst, wenn ich nicht gekommen wäre". Peter Allmann, Schulleiter der IGS Rheinzabern: „Statt 40 Kindern, waren heute Nachmittag über 60 dabei. Der Mann ist Empathie und Charisma pur." Genau so habe er sich die „Campus Gespräche" immer gewünscht: Als Impulsgeber. Und ein Impulsgeber sei Wojtek Czyz praktisch in Person.





Er habe anfangs von seiner Freundin erzählt. Ob Czyz noch mit ihr zusammen sei? „Nein", sagt Czyz offen, „sie war eine große Stütze für mich, sie hat Berge versetzt." Trotzdem habe sich das Paar getrennt, verstehe sich aber heute noch gut.





Hat sich der Torwart, der ihn damals verletzte, bei ihm jemals entschuldigt? „Nein", sagt Czyz ganz leise. Er habe gelernt, dass es dazu Größe brauche. Die habe sein Gegenspieler wohl nicht. Dabei klingt Czyz das erste mal grüblerisch.





Er spreche vom „Älterwerden", vom Ende seiner Leichtathletik-Karriere, wenn er die 30 hinter sich habe - was kommt danach? Ganz klar trete er noch einmal 2012 in London an. Doch die Karriere gehe nicht ewig, das sei ihm bewusst, sagt Czyz. „Mich hat eine neue Leidenschaft gepackt: Das Segeln. Ich nehme jetzt an einer größeren Regatta teil und schaue, wie das geht." (lsb)







OWGER





Quelle:

Verlag: DIE RHEINPFALZ

Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße

Ausgabe: Nr.33

Datum: Dienstag, den 09. Februar 2010

Seite: Nr.22

"Deep-Link"-Referenznummer: '6022519'

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