zu diesen ganzen Vorwürfen: Ich glaube, da muss man schon arg differenzieren! Idioten, die Spieler öffenlich mit MORD drohen oder rassistsche Bemerkungen für gegnerische oder gar eigene Spieler loslassen, gibt´s überall! Das ist aber nicht der Anteil, der die breite Masse der FCK-Fans vertritt, ich bin der Meinung, dass es hier gar wesentlich weniger gewaltbereite "Fans" gibt als in anderen Verein es der Fall ist.
Wer schon auf FCK-Auswärtsfahrten war, wer sich "Support"-Videos (ich sag nur Spiel in STUTTGART: HAMMER!) angeguckt hat, die Spieler übers Fernsehen (PREMIERE) verfolgt hat, also abwechselt und nicht immer ein und das selbe macht, um auch einen Eindruck von dem ganzen zu gewinnen, wird gemerkt haben, dass diese Anschuldigungen NICHT auf FCK-FANS zutrefflich sind
Stimmt genau, ph! Ein Pauschalurteil aufgrund von eigenen Erfahrungen einer Person sind gefährlich. Allgemein kann man dennoch sagen, dass die Gewaltbereitschaft zugenommen hat, das belegen Kriminal- und Gesellschaftsstatistiken. Aber ob das ein Prozeß ist, der tatsächlich erst in den letzten Jahren stattgefunden hat, wage ich zu bezweifeln. Mangelndes soziales Verständnis gab es schon immer, vor etwas mehr als 50 Jahren wurden Kriege aus nationalistischen Erwägungen heraus geführt. Das war immer da, das wird auch (leider) immer vordergründig oder latent vorhanden sein, solange die Sozialisation der Bevölkerung nicht grundlegend und durch alle Schichten über Jahrzehnte hinweg gefördert wird.
Die Politik redet von einer notwendigen Entwicklung zur Wissensgesellschaft, um den Standort Deutschland zu sichern. Im Umkehrschluß haben wir eine verdammt hohe Quote von Analphabeten und Kindern, die an der Armutsgrenze leben. Ich will hier keine politische Diskussion aufmachen, aber insbesondere der professionelle Fußball ist nicht nur Sport, sondern gerade im WM-Jahr sehe ich eine starke Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und Profifußball. Die WM steht medial z. T. mehr im Vordergrund als aktuelle Hungersnöte, Kriege, Tragödien in aller Welt. Der Fußballsport wird entsprechend extremst instrumentalisiert, von der Wirtschaft, von Politik und Medien, aber auch vom kleinen Mann am Stammtisch, der seine dummen Parolen in vermeintliches sportliches Fachwissen verpackt. Was ich im Endeffekt meine, ist gar nicht so tiefgehend: antisoziale bzw. fremdenfeindliche Tendenzen gab es schon immer, nicht nur in diesem Land. Durch steigende Popularität des Fußballs bis hin zum Wirtschaftsinstrument zur Bewältigung von ökonomischen Krisen (kein Witz: wird Deutschland Weltmeister, steigert sich die Wachstumsrate deutlich) wird diesem doch recht einfachen Sport ein Sinn beigemessen, der einfach kaum faßbar ist.
Der fck wie alle anderen hochklassigen Vereine steckt mittendrin in diesem Haifischbecken, ist im Grunde auch nicht ungewollt ein Teil dieser gesamten Maschinerie. Er ist aber nicht zuletzt auch ein Teil der Gesellschaft und wird mehr und mehr in gesellschaftliche Prozeße mit einbezogen. Er steht unter scharfer Beobachtung, sportlich und finanziell. Der fck ist eigentlich nur ein popeliges mittelständisches Unternehmen und wird beäugt wie ein weltweites Großunternehmen.
Ich glaube, früher war es von Fanseite vielleicht sogar noch extremer. Da wurde im Eingang zum Stadion auch schon mal der Regenschirm als Waffe benutzt, das hat in den 70ern keinen gejuckt. Heute fliegt ein Pappbecher, und die Kameras stehen sofort dabei und verkaufen dies als schändliche Tat einer gesamten Masse. Klar, Feuerzeuge und Rauchbomben sind krank, mir wird schlecht, wenn sogar unschuldige Kinder von so etwas verletzt werden. Wenn man diese Dinge aber ändern will, sollte man nicht den Sport stigmatisieren, sondern die gesellschaftlichen Voraussetzungen schaffen für ein normales Miteinander.