das habe ich aus einem anderen Forum (transfermarkt.de). Meiner Meinung nach sollte man sich darüber mal Gedanken machen:
kommentar vom user salamander von der-betze-brennt
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Was mich in der derzeitigen Diskussion am meisten aufregt, sind Aussagen wie: "Man konnte ja nichts Anderes erwarten nach dem erneuten Neuaufbau, der Trainer und die Mannschaft müssen sich ja auch erstmal finden, das Geld für richtig gute Leute fehlt uns auch, der Aufbau muss über Jahre in Ruhe erfolgen, nun ist Geduld gefragt, vielleicht müssen wir ja auch mal in die dritte Liga und dann wird am Ende irgendwann der Erfolg stehen."
Bruno Labbadia ist in Fürth auch neu. Er war auch vorher nie in der 2.Liga tätig. Sein Etat ist deutlich geringer als der des FCK. In der Sommerpause hat man ihm einen ganzen Sack voll Leistungsträger verkauft. Sein gesamtes Umfeld ist weit weniger professionell als das des FCK und er hat auch bei weitem nicht den Stab des FCK zur Verfügung. Die Zuschauerunterstützung am Ronhof ist mäßig, das öffentliche Interesse gering, die örtliche Konkurrenz übermächtig.
Und doch hat er es geschafft, unter diesen widrigen Rahmenbedingungen Hervorragendes zu leisten und ein Team zu schmieden, dass gut und erfolgreich spielt. Es geht also, es ist nicht unmöglich, wie uns einige glauben machen wollen. Fürth schafft das übrigens schon seit Jahren. Und der Betze hat es früher auch geschafft.
Und wenn Fürth - unter weit schlechteren Bedingungen - schafft, was der FCK nicht schafft, dann kann man die Frage stellen, warum das so ist.
Vielleicht liegt es daran, dass wir Mitgliederversammlungen haben, in denen jeder Kritiker verlacht und ausgebuht wird, Mitgliederversammlungen, in denen stets dem Vorstand unkritisch zugejubelt wird ("die werden schon wissen, was sie tun"), Mitgliederversammlungen, in denen Menschen wie Ruda trotz ihres offensichtlichen jahrelangen Versagens und trotz respektablen Alternativkandidaten wiedergewählt werden, weil sie zur redchten Zeit von einem Gespräch mit Stefan Kuntz fabulieren. Diese Mitgliederversammlung wählt dann also einen Aufsichtsrat. Einen Aufsichtsrat, der in seiner Mehrheit nicht durch Sport- oder Wirtschaftskompetenz oder gar eine unabhängige Meinung auffällig geworden ist, sondern durch seine Rolle als Jäggi-Abnicker und Durchwinker. Dieser Aufsichtsrat bestellt dann in seiner Weisheit einen Vorstand, der aus Jäggis Buchhalter (mitverantwortlich für all die katastrophalen Entscheidungen in dieser Zeit) und einem jungen Marketingburschen ohne vorherige Führungserfahrung besteht. Dieser, von jeder sportlichen Kompetenz unbeleckte Vorstand beruft dann einen Sportdirektor, der in seinem Job über keinerlei Erfahrung verfügt, geschweige denn Erfolge, aber als wichtige Referenz mitbringt, dass er 10 Jahre zuvor als Abwehrhüne in der Meistermannschaft des FCK stand. Dieser Sportdirektor holt dann einen Trainer, der soeben einen belgischen Club in die zweite Liga geführt hat, dessen größte Erfolge jenseits des Polarkreises erzielt wurden und dessen Vorteil vor allem darin besteht, dass er, wie der Sportdirektor, Skandinavier ist. Der Trainer sieht die Mannschaft erstmals so richtig beim Trainingsauftakt, da er vorher noch in Belgien beschäftigt ist, verspricht aber gleichwohl schonmal vollmundig schönen Offensivfussball. In der Folge holen Trainer und Sportdirektor Spieler, die, oh Wunder, aus Skandinavien oder von Schjönbergs letztem Verein Hannover kommen. Sie legen Spieler auf Eis und zerstören ohne Not deren Marktwert, sie verkaufen die personifizierte Zukunftshoffnung des Vereins, sie entlassen die Scouts, sie kündigen öffentlich den Kauf von Rechtsverteidigern und offensiven Mittelfeldspielern an und holen dann Leute fürs defensive Mittelfeld, sie setzen auf Junge und beklagen deren Unerfahrenheit, sie geben eine Taktik vor, die zu Milan passen würde und merken schon nach 5 Spielen, das die meisten ihrer Spieler Probleme mit der Ballannahme haben. Und der beste Stürmer im Kader wird für ein Taschengeld zum lokalen direkten Wettbewerber verkauft.
Was ich damit sagen will, ist: Von nichts kommt nichts. Es ist gar nicht so leicht, einen Verein wie den FCK so sportlich und finanziell so herunterzuwirtschaften. Da braucht es schon eine ganze Kette von Fehlentscheidungen. Und es gibt Ursachen für die schwere Krise des Vereins und die Wirkungskette beginnt ganz vorn, beginnt in der Mitgliederversammlung. Mit einem anderen Aufsichtsrat hätten wir heute vielleicht einen Sportdirektor Kuntz im Vorstand und einen Trainer Labbadia. Und ständen da, wo Fürth jetzt steht. Der Fisch stinkt vom Kopf. Erst, wenn der Verein komplett und restlos von der Jäggi-Pest gereinigt ist, wird es wieder aufwärts gehen.