Das nächste »Pop-Idol«
Der Sportplatz Ostwestfalen-Lippe wird schriller - jedenfalls, wenn Arminia Bielefeld heute oder morgen die schon fast perfekte Verpflichtung des 19 Jahre alten Daniel Halfar bekannt gibt.
Nach Handball-Weltmeister Michael Kraus (TBV Lemgo), der die jungen Mädchen scharenweise anlockt, kommt dann der nächste Teenieschwarm in die Region.
Daniel Halfar, blond, fesche Frisur - er war in Kaiserslautern der »Rote Teufel«, den der Nachwuchs angehimmelt hat. Ein Kicker mit eigenem Fan-Club. »Er hatte bei den Teenagern den Status eines Popstars«, hieß es gestern bei der »Rheinpfalz«, der größten Tageszeitung der Stadt. Doch der 19-Jährige hat nicht nur die Haare schön, er galt und gilt trotz langwieriger Rückenbeschwerden als eine der ganz großen Begabungen des deutschen Fußballs.
Dass der Linksfuß sein Talent bald in Bielefeld beweisen darf, stößt rund um den Betzenberg auf völliges Unverständnis. Gebetsmühlenartig hatten Trainer Ketil André Rekdal und Sportdirektor Michael Schjönberg betont, beim Neuaufbau auf junge Kräfte aus den eigenen Reihen zu setzen. Halfar, der bei Phoenix Mannheim begann und seit der E-Jugend ein Betze-Bub ist, schickten sie aber kürzlich zu den Amateuren. Dabei hatte sich der Linksaußen nach monatelangen Rückenschmerzen und einer Operation, bei der ein Nerv verödet worden war, gerade wieder fit gemeldet.
Jetzt darf er gegen eine Ablösesumme in mittlerer sechsstelliger Höhe gehen - vorgeblich, weil der Verein, der seit dem Abstieg aus der 1. Liga im Sommer 2006 hinter den Erwartungen geblieben ist und auch jetzt noch ohne Sieg fehlgestartet ist, auf das Geld angewiesen ist. Doch ein wenig scheint es, als verhökerten die Roten Teufel ihr Tafelsilber. Arminia soll es Recht sein.
Noch ist der Transfer jedoch nicht in trockenen Tüchern. »Wir rechnen aber damit, dass wir am Dienstag oder Mittwoch soweit sind«, sagte Sport-Geschäftsführer Reinhard Saftig gestern. Mit dem Spieler und dem Verein sei man sich weitgehend einig. Was noch der Diagnose bedarf, ist die Krankenakte des jungen Mannes, der mit 17 direkt aus der Jugend in die Bundesliga durchgestartet war. 18 Einsätze, drei Tore, drei Torvorlagen - so die eindrucksvolle Bilanz, mit der er das Abstiegsjahr der Lauterer abschloss und damit sogar ein paar große Vereine auf sich aufmerksam machte.
In der vergangenen Saison stand er hingegen nur noch ein Mal für volle 90 Minuten auf dem Platz. »Ich wäre froh, wenn wir ihn kriegen«, sagte Trainer Ernst Middendorp und freut sich auf die zusätzliche Linksvariante. Nicht, weil er Jörg Böhme diese Seite entziehen möchte, sondern weil mit Halfar perspektivisch ein Nachfolger aufgebaut werden könnte. Wenn er gesund bleibt.
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hier reden schon einige über 800.000 euro ablöse - da bin ich mir noch nicht so sicher...