ich setz den Artikel einfach hier mal rein. Denn den hab ich in einer Berliner zeitung gefunden: Ich hoffe, dass es den hier noch nicht gibt....
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"Ciri ist das Gehirn der Mannschaft"
Ohne Ciriaco Sforza lief es schlecht beim 1. FC Kaiserslautern - mit dem Schweizer ist der Abstieg in der Pfalz kein Thema mehr
Von Martin Henkel
Zehn Minuten benötigte Ciriaco Sforza, dann hatte er bei seinem Comeback nach 18 Monaten Verletzungspause klar gestellt: Die Achillessehne hält, bin in bester Verfassung und nicht gewillt, zu verlieren. Um diese Nachricht unter dem Pfälzer Publikum zu verbreiten, rannte er 20 Meter hinter seinem Landsmann Bruno Berner vom SC Freiburg her und holte ihn mit einem fulminanten Bodycheck von den Beinen.
Die Westkurve, das Herzstück des Betzenbergs, jauchzte vor Vergnügen. Derart zelebriertes Mannstum hatten sie auf Deutschlands höchstem Fußball-Berg schon seit langem nicht mehr bewundern dürfen. Auch Sforza war über seinen Einstand nicht ganz unzufrieden. "Das hat sich wieder ganz gut angefühlt", so der Ex-Profi des FC Bayern München und Inter Mailand nach dem 3:0-Sieg im Südwest-Derby Ende November.
Seither sind gut drei Monate vergangen. Knapp 14 Wochen, in denen der FCK sein Gesicht verändert hat. Ohne den Schweizer, der sich in den vergangenen beiden Jahren zwei Achillessehnen-Operationen unterziehen mußte, kämpfte der Traditionsklub gegen die Strafversetzung in die Zweite Liga. Seit der Rückkehr des Routiniers als Strippenzieher vor der Abwehr, der beim 0:0 vergangene Woche gegen den VfL Wolfsburg zum 250. Bundesliga-Spiel auflief und am Mittwoch seinen 35 Geburtstag feierte, haben die Lauterer 18 Punkte in neun Spielen geholt. Vom Abstieg redet schon länger keiner mehr. Bis zur ominösen 40-Punkte-Marke, die in Deutschland als Abgrenzung zwischen Abstieg und Liga-Verbleib gilt, fehlen nur noch acht Punkte. Ein Sieg am Sonntag bei Hertha BSC und es wäre kaum mehr vermessen, wenn die Pfälzer ihr Saisonziel neu definieren würden.
Sforza würde sich dann nur bestätigt fühlen. "Ich spiele Fußball, um zu siegen", sagt der 79fache Schweizer Ex-Nationalspieler, "wenn wir so auftreten wie in den letzten Spielen, sage ich: Dann können wir unter den besten Acht mitspielen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken." Derlei Parolen haben den gealterten Star, der 1993 bis 1995 sowie 1997 bis 2000 schon einmal auf dem Betzenberg angestellt war, wieder zur Ikone der Pfälzer Fankurven werden lassen. Auch, weil Sforza alles dem Erfolg unterordnet. Als die Mannschaft Ende November auseinanderzufallen drohte, organisierte sich Sforza eine Möglichkeit, seine Mitspieler bei der Ehre zu packen. In einem Interview kritisierte er "absichtlich etwas überzogen" (Sforza): "Im Moment ist der FCK eine Ich-AG. Es heißt immer nur: Ich, ich, ich."
Die Kritik schlug Wellen. Intern aber war man froh. "Die Mannschaft richtet sich an ihm auf", sagt Trainer Kurt Jara, der Sforza damals insgeheim für seine klaren Worte dankte, "Ciri ist das Gehirn der Mannschaft."