Teufelsanbeterin
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Ein schöner Freitag, kein Fritz-Walter-Wetter - im Gegenteil, strahlender Sonnenschein, strahlende Fans, Euphorie, Vorfreude auf eine Riesenfete, der Rest des Tages ist schon fürs Feiern verplant.
Dass da noch wer anders auf dem Platz ist, eine um ihre Existenz kämpfende Rostocker Mannschaft nämlich, wird auf den Rängen erstmal gar nicht zur Kenntnis genommen. Nur noch schnell 90 Minuten hinter sich bringen, damit endlich 4 Jahre Zeitklassigkeit beerdigt werden können. Lästige Pflichtübung, mehr nicht, bevors endlich ans Saufen für den Aufstieg geht.
Aber Rostock mochte da nicht mitmachen. Kaum zu glauben, aber die mussten und wollten auch gewinnen. Die hatten nicht vor, sich im Interesse des größeren Lauterer Ziels "Aufstieg" abschlachten zu lassen. Die hatten auch eine Menge Fans dabei, die die Hoffnungen ihrer Region auf weitere Zugehörigkeit zum bezahlten Fußball trugen.
Müßig, sich über den Spielverlauf nochmal zu äußern. Rostock hatte gar nichts zu verlieren, schon gar nicht vor 50 000 Zuschauern, die vor dem Spiel vor allem "Nie mehr 2. Liga" skandierten, alternierend mit "Wir steigen auf und ihr steigt ab". Fest steht - Lautern wollte, konnte aber nicht, Rostock musste, konnte auch nicht, hatte aber Glück. Geschenkt.
Die Aufstiegsfeierlichkeiten müssen nun verschoben werden. Anlass genug für einige, verbal Amok zu laufen, das Forum vollzuseiern mit Anwürfen und Herabwürdigungen einzelner Spieler, unfähig, den eigenen Frust in den Griff zu kriegen. Da gibt es Frustschwellen, die so niedrig sind, dass man sich fragt, warum sich die Betreffenden überhaupt Fußball antun. Haben die sonst nix im Leben, dass sie total austicken, nur weil ein Fußballspiel verloren geht? Denen jegliche Fairneß, jeder Respekt vor einer Saisonleistung im gleichen Augenblick verlorengeht, in dem sie ihre ureigenen Erwartungen nicht erfüllt sehen?
Wo bleibt der Anstand, wo die Anerkennung für eine enorme Leistung über viele Spiele hinweg, die uns zwei Spieltage vor Ende der Saison in eine fantastische Ausgangsposition gebracht hat?
Wo bleiben Verständnis für den Druck, den eine Kulisse von 50.000 Menschen auf die jüngste Mannschaft der Liga ausübt, und für die Versagensängste angesichts der hohen Erwartungen einer ganzen Region und der eigenen Erwartungen jedes einzelnen Spielers?
Die Enttäuschung im Augenblick ist maßlos, weil sie sich an Erwartungen derer misst, deren Anspruchshaltung weit überzogen ist. Deren Maßstab so weit von der Wirklichkeit entfernt ist, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ausgewogen und realitätsnah zu urteilen. Enttäuschung darüber, dass trotz der optimalen Umstände die Feier ausfallen musste, das ja - aber die Maßlosigkeit der vernichtenden Urteile, die Maßlosigkeit, mit der die Erfüllung der eigenen Ansprüche gefordert wird, nein!
Das Maß aller (Fußball-)Dinge ist für mich der FCK. Ich bin auch enttäuscht, aber ich habe die Maßstäbe nicht aus den Augen verloren. Ich hoffe und bange um den Aufstieg, ich will ihn endlich in trockenen Tüchern haben. Aber ich weiß, dass auf dem Platz junge Menschen stehen, die nicht unfehlbar sind, aber ihr Bestes für uns, für sich und für den Verein geben. Die auch scheitern können, weil auch andere Fußball spielen können und ihre Fans nicht enttäuschen wollen...
Ich habe mir auf dem Rückweg vom Spiel einen neuen Schal gekauft. "Ewige Treue" steht drauf. Das beinhaltet, sich über Erfolge des FCK unmäßig zu freuen, aber auch, bei Enttäuschungen die richtigen Maßstäbe anzulegen, also gerade nicht "maß-los" zu urteilen.
Dass da noch wer anders auf dem Platz ist, eine um ihre Existenz kämpfende Rostocker Mannschaft nämlich, wird auf den Rängen erstmal gar nicht zur Kenntnis genommen. Nur noch schnell 90 Minuten hinter sich bringen, damit endlich 4 Jahre Zeitklassigkeit beerdigt werden können. Lästige Pflichtübung, mehr nicht, bevors endlich ans Saufen für den Aufstieg geht.
Aber Rostock mochte da nicht mitmachen. Kaum zu glauben, aber die mussten und wollten auch gewinnen. Die hatten nicht vor, sich im Interesse des größeren Lauterer Ziels "Aufstieg" abschlachten zu lassen. Die hatten auch eine Menge Fans dabei, die die Hoffnungen ihrer Region auf weitere Zugehörigkeit zum bezahlten Fußball trugen.
Müßig, sich über den Spielverlauf nochmal zu äußern. Rostock hatte gar nichts zu verlieren, schon gar nicht vor 50 000 Zuschauern, die vor dem Spiel vor allem "Nie mehr 2. Liga" skandierten, alternierend mit "Wir steigen auf und ihr steigt ab". Fest steht - Lautern wollte, konnte aber nicht, Rostock musste, konnte auch nicht, hatte aber Glück. Geschenkt.
Die Aufstiegsfeierlichkeiten müssen nun verschoben werden. Anlass genug für einige, verbal Amok zu laufen, das Forum vollzuseiern mit Anwürfen und Herabwürdigungen einzelner Spieler, unfähig, den eigenen Frust in den Griff zu kriegen. Da gibt es Frustschwellen, die so niedrig sind, dass man sich fragt, warum sich die Betreffenden überhaupt Fußball antun. Haben die sonst nix im Leben, dass sie total austicken, nur weil ein Fußballspiel verloren geht? Denen jegliche Fairneß, jeder Respekt vor einer Saisonleistung im gleichen Augenblick verlorengeht, in dem sie ihre ureigenen Erwartungen nicht erfüllt sehen?
Wo bleibt der Anstand, wo die Anerkennung für eine enorme Leistung über viele Spiele hinweg, die uns zwei Spieltage vor Ende der Saison in eine fantastische Ausgangsposition gebracht hat?
Wo bleiben Verständnis für den Druck, den eine Kulisse von 50.000 Menschen auf die jüngste Mannschaft der Liga ausübt, und für die Versagensängste angesichts der hohen Erwartungen einer ganzen Region und der eigenen Erwartungen jedes einzelnen Spielers?
Die Enttäuschung im Augenblick ist maßlos, weil sie sich an Erwartungen derer misst, deren Anspruchshaltung weit überzogen ist. Deren Maßstab so weit von der Wirklichkeit entfernt ist, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ausgewogen und realitätsnah zu urteilen. Enttäuschung darüber, dass trotz der optimalen Umstände die Feier ausfallen musste, das ja - aber die Maßlosigkeit der vernichtenden Urteile, die Maßlosigkeit, mit der die Erfüllung der eigenen Ansprüche gefordert wird, nein!
Das Maß aller (Fußball-)Dinge ist für mich der FCK. Ich bin auch enttäuscht, aber ich habe die Maßstäbe nicht aus den Augen verloren. Ich hoffe und bange um den Aufstieg, ich will ihn endlich in trockenen Tüchern haben. Aber ich weiß, dass auf dem Platz junge Menschen stehen, die nicht unfehlbar sind, aber ihr Bestes für uns, für sich und für den Verein geben. Die auch scheitern können, weil auch andere Fußball spielen können und ihre Fans nicht enttäuschen wollen...
Ich habe mir auf dem Rückweg vom Spiel einen neuen Schal gekauft. "Ewige Treue" steht drauf. Das beinhaltet, sich über Erfolge des FCK unmäßig zu freuen, aber auch, bei Enttäuschungen die richtigen Maßstäbe anzulegen, also gerade nicht "maß-los" zu urteilen.