Mich interessiert aber Deine Einschätzung im Speziellen. Was (in Zahlen) verdient ein Besserverdiener?
Mehr als das Doppelte des Durchschnittseinkommens.
Ist es denn ungerecht, wenn ich (persönlich) später nach meiner Promotion auch mehr Geld verdiene? Schließlich habe ich ja auch einiges investiert und mehr Strapazen auf mich genommen, als andere. Ist es denn fair, wenn ich einfach über 50% davon abgeben muss, nur weil ich einen anderen Ehrgeiz habe, als andere? Warum sollten die Leistungsträger nicht auch mal an der Reihe sein für ihre Arbeit adäquat vergütet zu werden?
Ich kann das Geschwätz von den "Leistungsträgern" echt nicht mehr hören. Als "Leistungsträger" gelten hierzulande Menschen, die überdurchschnittlich gut bezahlt werden; diejenigen aber, die gesellschaftlich immens wichtige Arbeit leisten und dafür mies bezahlt werden (Erzieher, Polizisten, Feuerwehrleute, Krankenschwestern etc. pp) werden nicht dazu gezählt - allenfalls in Sonntagsreden.
Wie wär's, und wir machen auch mal Nicht-Akademiker zu Leistungsträgern, indem wir sie adäquat bezahlen? Aber vielen dieser Menschen billigt man ja nicht einmal einen gesetzlich gesicherten Mindestlohn zu....
Dein Wunsch nach guter Bezahlung in allen Ehren, es sei dir auch herzlich gegönnt - nach all den Strapazen des Studentenlebens. Ich würde allerdings mal behaupten, die Strapazen des Arbeitslebens einer Friseurin seit ihrem 16. Lebensjahr oder einer Verkäuferin steht den deinen nicht nach. Aber während du noch studierst, zahlen sie schon seit 10 Jahren brav ihre Steuern und Sozialabgaben...
In einem Sozialstaat sollen starke Schultern mehr tragen als schwache. Besserverdienende leben hier auch nach Abzug der Steuern noch gut, besser als in vielen Nachbarländern. Und weitaus besser als die Armen in unserer Gesellschaft, die man jetzt auch noch heranziehen will, um die zusätzlichen Steuergeschenke für die, die ohnehin genug haben, zu bezahlen. Denn wo nimmt der Staat die Milliarden her, die die Steuersenkung kosten wird? Das Geld ist ja nicht da, es muss woanders eingespart werden...
Wir müssen die Leute fördern, die dem Staat wirklich weiterhelfen. Banker (ohne wirkliche Produktionsleistungen) halten doch das Geld unter sich. Fernab vom Produkt...hier muss man eingreifen. Und gleichzeitig muss sich die Arbeit wieder rentieren. Das gilt für alle Bürger...von der Putzfrau über den Lehrer bis zum leitenden Angestellten.
Diese Wortstanzen entsprechen genau den Sonntagsreden der FDP-Politiker - aber dieses inhaltsleere Gesülze entspricht genau der Politik von schwarzgelb. Die Putzfrau wartet auf ihren Mindestlohn bis sie schwarz wird, dafür darf der gutverdienende leitende Angestellte sie von der Steuer absetzen.
Leistung soll sich lohnen, soso.... Der "Lohn" sieht so aus, dass die Putzfrau (die Verkäuferin, der Maurer, die Friseurin) am Monatsende demütig zum Sozialamt gehen darf, weil sie mit dem Lohn für ihre 40-Stunden-Woche ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten kann....