Rote Teufel" nach Derby-Höllenfahrt heute VfB-Gäste
Göktan nach Absturz auf der Überholspur
Kaiserslautern (zkk). Aus der Sackgasse auf die Überholspur, vom Bankhalter in Istanbul zum Hoffnungsträger beim 1. FC Kaiserslautern: Berkant Göktan saß zuletzt zwischen den Stühlen, die Karriere des mit 17 Jahren beim FC Bayern München als Wunderknaben gefeierten Türken schien beendet, ehe sie wirklich begonnen hatte. Nach drei Einsätzen sieht ihn FCK-Trainer Michael Henke „als festen Bestandteil unseres Kaders". Und Göktan hat in seiner neuen Heimat nur ein Problem: „Ich brauch" eine Wohnung, zwei Zimmer, 60 bis 70 Quadratmeter."
Sprach"s und machte sich mit dem RHEINPFALZ-Immobilienteil unter dem Arm auf die Suche nach einem Zuhause. Heute (17.30 Uhr, Gottlieb-Daimler-Stadion) im Spiel beim VfB Stuttgart hält der vielseitige Offensivmann gute Karten, die rechte Außenbahn zu bespielen. Wenn sich der Trainer nicht für den defensiv stärkeren Thomas Riedl entscheidet, der im Derby nach der Pause fleißig Eigenwerbung betrieb, einige gute Rechtsflanken servierte. Henke: „Thomas hat das gut umgesetzt."
„Berkant hat sicher noch nicht optimal gespielt. Er hatte einige Aktionen, aber zu wenige. Wir wissen, dass wir einen hochveranlagten offensiven Spieler dazu bekommen haben", bewertete Trainer Henke den 45- minütigen Auftritt des Neuzugangs gegen Mainz 05. Nach Sforzas Platzverweis war Göktan das taktische Opferlamm.
„Das Spiel muss schnell aus den Köpfen, so weh eine Niederlage in einem solchen Derby auch tut. Jetzt wartet Stuttgart, die stehen stärker unter Druck als wir", glaubt der 24-Jährige, der beim 1:5 gegen Werder Bremen und beim 0:0 in Bielefeld eingewechselt wurde, am Mittwoch gegen Mainz erstmals in der Startformation auftauchte. „Der Trainer baut mich gut auf. Man darf nicht vergessen, mir fehlt Spielpraxis, ich brauche noch einige Spiele", bittet Berkant Göktan Fans, Mannschaft und Verantwortliche um ein kleines bisschen Geduld. Die will er mit Leistung danken, verspricht der gewandelte Türke.
„Meine Laufwege können die anderen noch nicht hundertprozentig erahnen. Und umgekehrt. Wir reden sehr viel darüber, Halil, Marco, Ervin. Das ist ein Prozess, das geht nicht in ein, zwei Tagen. Ich bin neu, es wird von Tag zu Tag, von Spiel zu Spiel besser", betont der Angreifer.
„Wir haben das Derby verloren, aber in der Mannschaft herrscht trotzdem eine positive Stimmung, das erleichtert mir die Integration. Ich bin hier kein Fremdkörper, ich habe Freunde in der Mannschaft. Ich bin allein in Kaiserslauterm, aber nicht einsam", schwärmt Berkant Göktan vom Teamgeist.
„Ich habe den Fehler gemacht, zu oft mit dem Rücken zum Gegner zu stehen. Ich muss das Tor sehen", weiß der schnelle und trickreiche Offensivmann, wie er schon heute effektiver arbeiten kann. „Der Trainer spricht sehr viel mit uns, er spricht die Fehler offen an, das ist sehr wichtig", unterstreicht der neue Lauterer.
„Unser Hauptproblem ist nicht die Abwehr, sondern das ganze Defensivverhalten", analysiert Henke die Ursachen der bitteren Derby-Pleite. Und rät seiner Mannschaft, sich nicht mit den Stuttgarter Krisen- symptomen zu beschäftigen, „sondern selbst wieder einige Sachen besser zu machen".
So spielen sie
VfB Stuttgart: Hildebrand - Hinkel, Meira (Babbel), Delpierre, Magnin - Soldo, Meißner (Stranzl) - Hitzlsperger, Grönkjaer - Tomasson, Cacau - Es fehlen: Bierofka (Knöchelbruch, Zyste am Schienbeinkopf entfernt), Carevic, Streller (Trainingsrückstand)
1. FC Kaiserslautern: Macho - Hertzsch, Pletsch, Mettomo, Blank - Reuter, Engelhardt - Göktan (Riedl), Skela, Seitz - Altintop - Ersatz: Ernst, Lembi, Wenzel, Bellinghausen, Zandi, Mikic - Es fehlen: Jancker, Nerlinger (Trainingsrückstand), Lehmann (Sprunggelenk lädiert), Sanogo (Hüftprellung), Sforza (gesperrt)
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne).
KAMMC / KAMMC
Quelle:
Publikation: Sonntag Aktuell