Die letzte Entscheidung, ob die Verträge verlängert werden sollen oder nicht, ist meines Erachtens auch noch nicht gefallen. Wenn man sieht, wie konsequent und klar mit Spielern umgegangen wurde - und das meine ich nicht negativ - die im Konzept zukünftig keine Rolle mehr spielen sollten, dann kann man erahnen, dass hier bei Demai und Simpson noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Bellinghausen sehe ich nach wie vor nicht als Wackelkandidat an, wenn er fit ist, spielt er. Ich sehe ihn von der Wichtigkeit ähnlich weit oben wie Amedick und Lakic.
@ph
Zum Thema, dass wir in dieser harten zweiten Liga (FCK-)erfahrene Spieler benötigen, kann ich nur eins sagen, und da schließt sich auch meines Erachtens der Kreis zu meinem Ausgangspost. Zweitliga-Erfahrung hin oder her, es kommt auch hier auf die notwendige Qualität eines Spielers an. Ich gebe zu bedenken: jeweils Demai, als auch Simpson sind bereits jetzt schon fast drei Jahre hier. Allein die Tatsache eines langen Verbleibs schützt niemanden vor dem Leistungsprinzip. Auch der verklärte Blick auf ein Saisonfinale mit Märchen-Attitüde darf darüber nicht hinwegtäuschen. Und jetzt stelle ich mal die provokante Frage, auf die ich schon seit längerem hinaus will: wo, in welchen Bereichen, haben sich die Spieler Simpson und Demai in den 2,5 Jahren beim fck wirklich weiterentwickelt? Welche zusätzlichen Stärken haben sie hinzu gewonnen? Wo liegt das ausschlaggebende Element, dass man sagen muss, das sind absolute Eckpfeiler im Spiel?
Demai hat eine gute Technik und Ballbehandlung, kann auch den ein oder anderen Ball gewinnen. Simpson hat ebenfalls eine gute Technik und dazu ist er noch relativ schnell. Das war aber vor 2,5 Jahren ähnlich, oder täusche ich mich da? Und das Spiel dieser beiden ist nach wie vor fehlerintensiv. Simpson ist die wandelnde Einzelaktion und Demai spielt aus meiner Sicht einfach zu viele "wilde", planlose und unkontrollierte Bälle. Und jetzt bitte nicht das Argument, dass sie mit mehr Risiko in ihrem Spiel behaftet sind. Wenn die Spielübersicht nicht sehr ausgeprägt ist, dann wählt ein Spieler zu oft die falsche Option. Und ein Ballversust, so leid es mir tut, KANN nicht die richtige Option gewesen sein. Und diese Ballverluste treten für mich zu häufig auf.
Um diese These zu untermauern gebe ich mal ein paar Beispiele, die mal zeigen sollen, dass es auch anders geht:
Mandjeck (20) - in seiner halbjährigen Zeit hier absoluter Stabilisator, geringe Fehlerquote, flexibel einsetzbar gewesen (sogar IV)
Schuster (23/Freiburg) - ab dem 15. Spieltag alle Spiele gemacht im Mittelfeld über volle 90 Minuten, dabei 7 Scorerpunkte gesammelt, kam vom VfB, seit 08 in Freiburg
Toprak (19/Freiburg) - erste Profisaison, sofort Stammspieler, sehr guter Notenschnitt, torgefährlich, solide im Zweikampf
Die Jungs sind sehr jung, natürlich Glücksgriffe, wenn man so will. Doch verglichen mit der ersten Bundesliga, geschweige denn anderen, höheren internationalen Ligen, ist die zweite Liga in Deutschland vom Standard ganz weit unten anzusiedeln. Von wegen beste zweite Liga der Welt. Und wenn doch, dann sind die namhaften ersten Ligen vom spielerischen her immer noch Welten entfernt. Schaut euch doch mal das extrem auf Physis ausgelegte Gekicke in unserer Liga genau an! Der Vergleich Montags 2. Liga und Dienstags Champions League ist enorm. Der Fussball, den wir uns jede Woche reinziehen, der ist um einiges näher am Amateurniveau als an der internationalen Spitze. Also hat ein Spieler mit entsprechender fussballerischer Qualität immer die Chance, in der zweiten mitzuhalten oder sogar Akzente zu setzen. Die körperlichen Voraussetzungen braucht man natürlich, aber das ist trainierbar, fussballerische Defizite bekommst du so schnell nicht weg.
Ich persönlich sehe es eigentlich nicht ein, einem Spieler wie Demai oder Simpson erneut einen Vertrag anzubieten, wenn z. B. ein Spieler wie Mandjeck diese Saison nur insgesamt 30 Minuten auf dem Platz stand. Klar wird Stuttgart den nicht ohne weiteres abgeben. Aber Niveausteigerung muss aus meiner Sicht unser Ziel sein. Und ich würde die genannten Namen nicht auf die Goldwaage legen, es ist exemplarisch gemeint. Ich glaube, wir haben jetzt grundsätzlich einen anderen Blick auf Spieler und vor allem auf die eigenen Möglichkeiten. Auch wenn die Wintertransfers nicht direkt eingeschlagen sind, muss der Versuch weiter gehen, der Mannschaft bessere Spieler einzuverleiben. Alles andere bedeutet für mich Stillstand. Es ist und war richtig, Bilek und Damjanowitsch langfristig zu binden, auch wenn sie uns erst recht spät helfen können. Nicht jeder Transfer kann einschlagen, aber man sieht doch, wenn z. B. auch nur zwei oder drei (Amedick, Lakic, vielleicht noch Dzaka) sich etablieren, hilft das dem gesamten Team wieder stabiler zu sein.
Wenn die fehlen, ist es aber schnell wieder der alte Schrott von früher
