Egal, wer aus der 1.BL runterkommt. In der nächsten Zweitliga-Saison werden einige Vereine höhere Budgets aufweisen als der FCK. Da kann sich Kuntz strecken wie er will. Da würde selbst ein Rückkauf des Stadions durch Fan-Anleihen o.ä. (so schön das auch wäre) und die damit einhergehende finanzielle Erleichterung durch Mietwegfall vermutlich nichts nützen.
Der FCK ist aktuell ein guter Zweitligaverein, mehr nicht! Weder finanziell noch sportlich wären wir derzeit in der 1.BL konkurrenzfähig. Und wenn man nach 33 Spieltagen keinen Aufstiegsplatz innehat, dann ist das schlichtweg verdient, egal wieviele Punkte Paderborn möglicherweise "geschenkt" bekommen hat.
Ob sich an diesem Status in naher Zukunft etwas ändern wird? Ich habe Zweifel. In den Jahren seit Kuntz das Zepter schwingt, ist zwar eine Konsolidierung feststellbar, aber die Konkurrenz schläft schließlich auch nicht. Jedes Jahr, das Vereine wie Augsburg oder der Depp länger in der 1.BL sind, läßt die Schere weiter auseinandergehen. Dazu noch das ganze Projektgesocks, das mit Konzernkohle im Kreuz die Abkürzung nimmt...
Wie schon einmal gesagt: die Zeichen der Zeit wurden verkannt. Schlampigkeit, Inkompetenz und Größenwahn fuhren den FCK gegen die Wand, just zu einem Zeitpunkt, als die Professionalisierung des hochklassigen deutschen Fußballs nochmal einen großen Sprung nach vorn machte. Einen schädlicheren, dümmeren Moment hätte man sich kaum aussuchen können. Im Rückblick ballt man immer noch die Faust in der Tasche. Nun hinkt man hinterher und es scheint schier unmöglich, sich noch einmal auf Dauer in den Kreis der 18 Erstligisten einreihen zu können.
Sollte nicht unverhofft ein scheues Reh mit ein paar Goldplomben im Maul aus dem Pfälzer Wald auf den Betze hüpfen, kann man nur hoffen, daß der FCK sich mittels guter Jugendarbeit (hier sollte das Hauptaugenmerk liegen, nicht auf teuren Neuverpflichtungen), einer nachhaltig sinnvollen Lösung der Stadionproblematik und solider Planung, gepaart mit Qualität auf den Führungspositionen (Kuntz ist dabei z.Z. einfach, tja... alternativlos! - allerdings wäre ein SD halt schon wünschenswert), Schritt für Schritt in eine Lage bringt, die einen Aufstieg möglich macht und einen darauffolgenden Nicht-Abstieg einigermaßen realistisch erscheinen läßt.
Die Jugendarbeit ist dabei meiner Meinung nach wirklich das A und O. Man kann aufsteigen, weil man "zufällig" (nach dem Spielermaterial, das wir in den letzten Jahren hier durchgezogen haben, scheint dieses Wort angebracht) durch einige Transferglücksgriffe die nötige sportliche Qualität auf den Rasen bringt. Nachhaltig ist das aber nicht unbedingt. Der FCK ist nunmal kein Verein mehr, bei dem sehr gute Spieler alt werden und wie es um die Fähigkeiten bestellt ist, positive Transferbilanzen erzielen zu können, weiß man ja...
Runjaic ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Sehr guter Start, aber dann...? Taktisch sicherlich immer mit den besten Absichten, aber warum nur immer dieses hohe Stehen, wenn die Abwehr doch x mal nachgewiesen hat, zu fehleranfällig zu sein? Wenn eine Fliege zum fünftenmal gegen eine Scheibe fliegt, wer hat dann Schuld? Die Fliege oder die Scheibe? Ein guter Trainer sollte nicht nur eine moderne Auffassung von Fußball haben, sondern eben auch in der Lage sein, die Grenzen der Leistungsfähigkeit des vorhandenen Kaders zu erkennen und danach zu handeln. - Dazu die teilweise schwer verständlichen Wechsel, egal ob im Spiel oder in der Aufstellung. - ...und wieder wird die alte Platte aufgelegt: Nach der Sommerpause, mit einem Kader seiner Wahl und mit ordentlicher Vorbereitung,... muß da mehr kommen! Same procedure as every year. Ich traue ihm allerdings schon noch den Durchbruch bei uns zu.
Was wird aus dem FCK (in den nächsten, sagen wir mal, fünf Jahren)?
Ich hoffe: ein solide wirtschaftender, nachhaltig arbeitender, langfristig planender, gesunder Verein, der sich finanziell kontinuierlich verbessert, stolz auf seine Wurzeln und die Region ist und seine immer noch vorhandene riesige Fanbasis gleichfalls stolz macht mittels spielerischem wie kämpferischem Einsatz der Profitruppe (dies gilt doppelt in Heimspielen!) - dann ist es auch irgendwie ein wenig egal, ob dies in den nächsten Jahren in erster oder zweiter Liga stattfindet, wobei die Zielsetzung natürlich trotzdem 1.BL heißen sollte.
Ich fürchte: ein dem langsamen Verfall anheimfallender Traditionsverein, dessen Fans nur noch von lange vergangenen glorreichen Zeiten träumen können, der den Anschluß an die Konkurrenz verpasst hat und im Mittelfeld der 2.BL dauerhaft "heimisch" wird (nicht nur tabellarisch), wenn er nicht gar irgendwann in noch südlichere Gefilde abdriftet. Das Geschehen auf dem Platz wird (weiterhin) geprägt von schnell wechselnden durchschnittlichen Spielern, die vor halbleeren Rängen eine bestenfalls mittelmäßige, schlimmstenfalls blutleere, uninspirierte Spielweise an den Tag legen. Der Mühlstein "Stadionmiete" hängt für immer und ewig um den Hals, Talente entscheiden sich für Hopp, VfB, Depp oder KSC. Kuntz schmeißt irgendwann entnervt hin und in den folgenden Jahren müssen diejenigen, die ihn nicht früh genug vom Berg jagen konnten, erkennen: Doch, es geht VIEL schlimmer!