Wir können verpflichten wen wir wollen. Solange ein Trainer nicht fähig ist die Mannschaft Woche für Woche an ihr Leistungslimit zu treiben. Wir können weitere 100 Spieler verpflichten. Wie bei den letzten Verpflichtungen, erst zeigen sie Biss und dann ergeben sie sich der gleichen Lethargie wie alle anderen. Ausnahmen davon haben wir sehr wenige.
Der Trainer ist in jedem Verein der Schlüssel zum Erfolg. Hannover wird sich noch ärgern Slomka entlassen zu haben. Und beim HSV wird das erste Mal seit gefühlten 10 Jahren Ruhe einkehren.
Ein SD gerne, aber auch hier ist der Trainer maßgeblich. Der Trainer muss wissen mit welchen Spielern er zusammen arbeiten will und kann. Wie ein Jongleur muss er Woche für Woche jeden Spieler hoch halten. Nur dann hat man Erfolg. Aber vielleicht kommt auch bald die Zeit, in der der Döner den Trainer ersetzen wird
Dass heisst im Umkehrschluss fuer dich, dass das alles Gurken sein können, Hauptsache der Trainer ist gut.
Ok, das war jetzt ein wenig überzeichnet von mir, aber letztendlich leugnest du komplett die Abhängigkeit dieser Mannschaft von der Grundstimmung, die um sie herum erzeugt wird.
Natürlich ist der Trainer der Schlüssel zum Erfolg, aber alleine kann er es auch nicht immer schaffen. Der Mensch geht nun mal den Weg des geringsten Widerstands und bei den Spielern ist das nicht anders. Wenn die nicht merken, dass alle im Verein am selben Strang ziehen, dann fehlen eben die berühmten 10% am Ende. Und darauf kommt es meiner Meinung nach an. In der 2. Buli jedenfalls sind doch die qualitativen Unterschiede was die Einzelspieler anbelangt eher gering (leichte Ausnahme Köln), alle anderen die oben dran sind erreichen das nicht durch ihre Qualität, sondern durch mannschaftliche Geschlossenheit, persönliche Galligkeit und totale Konzentration.
Nur wer soll die den einfordern, wenn 80% der Spieler meinen, sie müssen nicht alles aus sich herausholen, nur Job nach Plan tun? Klar der Trainer, aber wenn der zum 10. mal darauf hinweist und es tut sich nichts, dann ist er halt irgendwann mal abgenutzt. Dann müssen halt mal andere reinhauen, wie z.B. Sportdirektor, VV, etc. und den Kurs des Trainers unterstützen.
Und da vermisse ich beim FCK eine durchgängige (vertikale und horizontale) Geilheit auf Erfolg. Wir sind mittlerweile alle so gut erzogen, dass nicht mal Klartext geredet wird.
Aber Mannschaften leben nun mal davon, dass verschiedene Charaktere im Verein polarisieren und Reaktionen provozieren. Bei uns ist das momentan und ehrlich gesagt schon seit langem Schlafwagenstimmung. Ich habe versucht das zu analysieren und einen Lösungsansatz zu bringen.
Deine Meinung ist, man muss nur die richtigen Leute verpflichten und der Trainer muss passen. Aber wie viele Trainer müssen noch kommen, bis einer passt?
Die Mannschaftszusammenstellung hat sich in den letzten 3 Jahren jedes mal stark verändert, wir haben schon den 3. Trainer und jedes mal tauchen die genau gleichen Probleme auf.
Ist das nicht ein wenig seltsam ? Welche Komponenten sind in den letzten Jahren gleich geblieben?
Ich bin der Meinung, selbst die besten Spieler, die man kriegen kann, kommen zu uns und bauen dann ab. Und immer ist es ein Kopf- oder Einstellungsproblem.
Kann es dann sein, dass wir es als Verein nicht schaffen die richtige Spannung, die richtige Mentalität zu erzeugen? Welche Mentalität haben wir denn ? Wer vermittelt die zur Zeit ? Wer oder was sind wir eigentlich ? Wofür stehen wir? Ich sehe da momentan nichts!!!
Das Interview von Matmour in der PK gab mir heute viel zu denken. Zwei Aussagen (wohlgemerkt von einem der Einstellung rüberbringt):
1. Wir haben bis zur letzten Minute noch eine Chance. ich habe das in Freiburg und in Frankfurt erlebt. Das kann noch was werden, darf natürlich nichts mehr schief gehen. (Der Trainer fast im gleichen Wortlaut)
Warum denn nicht: wir hauen jetzt alle weg, weil wir wollen nicht bis zur letzten Minute warten, wir packen das an, wir fighten fuer unser Ziel???? Klänge das nicht anders?
2. Wir tun alles, kämpfen bis zum letzten. Gegen Karlsruhe mit einem Mann weniger haben wir bis zur letzten Minute alles versucht.
Hääää!!!!! Bin ich im falschen Film ? Ich glaube wir haben hier ein Kalibrations-Problem:
Die wissen nicht was Kämpfen bis zur letzten Minute wirklich bedeutet, wenn man vor lauter Atemnot nicht mehr stehen kann. Da würde ich doch mal vorschlagen die sollen sich vor die Glotze setzen und Aufnahmen vom FCK aus den Jahren bis zum 2. Abstieg sehen. Da kann er und die Mannschaft mal sehen was es wirklich heisst alles zu geben bis zum Schluss.
Jedenfalls nicht das was sie gegen Karlsruhe oder irgendwo in den letzten Jahren gespielt haben.
Die Marke FCK ist verkommen. Ich will nicht von den alten "glorreichen" Zeiten sprechen, schliesslich ist der Fussball anders geworden. Aber wenn man mal von der Marke FCK ausgeht, deren Strahlkraft auf das Selbstverständnis eines Vereins und somit einer Mannschaft nicht zu unterschätzen ist, dann bräuchten wir im Prinzip nur mal die folgende Frage zu stellen:
Was hätte man in den 90er Jahren und davor auf die folgende Frage geantwortet? : Stellt euch vor der FCK wäre eine Person, wer wäre er dann?
Und jetzt stellt mal die gleiche Frage an die heutige Generation?
Wenn wir uns diese 2 Fragen ehrlich beantworten. Und wenn wir das tun, sehen wir, dass zwei unterschiedliche Personen dabei herauskommen, dann sehen wir auf einen Schlag wo das Problem liegt und was mit dem FCK passiert ist.
Natürlich ist die Problematik, die wir haben eine Summe von vielen Einzelteilen, aber ich bin uerberzeugt, dass uns über die Jahre das Selbstverständnis eines Vereins verloren gegangen ist, der mal als Inbegriff fuer das was man durch Hingabe, Kampf und Leidenschaft erreichen kann, galt.
Wenn man das nämlich glaubt, dann ist dem, was man erreichen kann keinen Grenzen gesetzt. Und wenn das alle glauben, dann nämlich sind die letzten 10% da, dann nämlich bleiben Spieler einem Verein treu, dann nämlich kriegst du Spieler die bei dir sein wollen, um sagen zu können ich war mal einer von denen und dann nämlich hast du Fans, die durch Dick und Dünn gehen.
Und diese Vereinskultur ist eben verloren gegangen. Genau das ist mein Ansatzpunkt unter vielen anderen Punkten. Einer unter vielen, aber ein entscheidender meiner Meinung nach.
Auch wenn ich jetzt philosophisch klinge. Saint-Exupery sage dazu: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Wir hingegen trommeln Männer zusammen, sagen denen wir wollen ein Schiff bauen, aber keiner ist wirklich geil darauf in weite Meer zu segeln.