Mich wundern folgende Ereignisse der bisher abgelaufenen Saison.
Am ca. 10 Spieltag sagt Wolf im Interview, KL hätte die spielerisch stärkste Mannschaft der Liga. Aber den wahren FCK wird man erst in naher Zukunft sehen, da die Mannschaft sich noch einspielen müsse. (leider hat er recht gehabt, wenn auch nicht so wie gewünscht, denn ab da ging es meiner Meinung nach bergab). Die Spielfreude wurde von Spieltag zu Spieltag, bis zum heutigen geringer, ebenso die gezeigten Leistungen.
Über das Thema Borbely und seine zu erwartenden Wandlung zum Leistungsträger möchte ich nicht mehr näher erläutern....mittlerweile glaubt keiner mehr an dieses "Wunder".
Im Trainigslager bittet er die Fans doch nicht allzu kritisch mit den Spielern umzugehen, er selbst verfährt aber in einer Weise mit Daham nach der Winterpause, dass ein Großteil der Fans sich wundert was diese Demontage soll.
Opara wird mit den Worten geholt, er sei von den nachträglich verpflichteten Spielern derjenige der die meiste Zeit benötigen wird aufgrund der Umstellung. Verstehe ich absolut und habe ich genauso gesehen. Kurze Zeit später meint Wolf: Die längste Eingewöhnungszeit benötigt ganz klar Benny Auer, aufgrund der langen Verletzung und daher fehlenden Spielpraxis.....mhmm....jetzt doch nicht mehr Opara mit der längsten Eingewöhnungszeit. In dieser Zeit spielt aber unser bester Stürmer gar nicht. In der Vorrunde von einigen Fanlagern als Chancentod verschrien, stellte sich Wolf vor Daham und sagte dies sei nicht gerechtfertigt. Auch meine Meinung, aber genau dieser Spieler ist auf einmal, trotz der starken Leistung in der Vorrunde, erstmal hintendran. Es spielen die beiden Stürmer im Wechsel die bisher noch keinen sehenswerten Erfolg hatten.
Wolf betont seit der Rückrunde (auch am Montag im Interview auf Arena), das Flügelspiel muss aufgrund der Kopfballstärke der Spieler (meiste Tore durch Kopf) belebt werden. Aber in fast jedem Spiel wird mit einem echten Stürmer gestartet und das Flügelspiel ist trotz mehrfacher Ankündigung einfach nicht belebt. Bleibt für mich die Frage woran es hängt. Vermittelt es Wolf seinen Spielern nicht richtig, oder verweigern die Spieler diese Forderung? Beides spricht nicht für Wolf.
Bereist in der Vorrunde ist die Kritik von WW an der medizinischen Abteilung negativ aufgefallen. Wolf hat ne Kritik rausgehauen, sich aber dann wenige Tage später entschuldigt, dies sei nicht der richtige Weg gewesen und kündigte an in Zukunft an der Komunikation mit den medizinisch Verantwortlichen zu arbeiten. Gleiches hört man jetzt erneut. Lernerfolg aus der Vorrunde geradezu null. Das Karadas aber eh nicht zum Stammpersonal, geschweige denn zu den Leistungsträgeren zählt sollte man in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen.
Auch fraglich halte ich die öffentliche Verfahrensweise mit Bouzid. Der Spieler hat besonders in der Rückrunde erheblich zur starken Defensivabteilung beigetragen. Auch wenn Bouzids Verhalten möglicherweise nicht korekt war, hätte es von Grösse gezeugt dies nicht so in der Presse breitzutreten. Damit ist niemandem geholfen.
"Nur ein Sieg zählt", waren WW´s Worte vor dem Spiel vergangenen Montag. Ich habe mich gefreut und auf eine offensive Ausrichtung gehofft. Dann "passiert" wieder der Doppelsechser (wenn auch mit etwas offensiverem Meissner). Der gefährlichste Stürmer sitzt erneut auf der Bank und von Flügelspiel und verwertbaren Flanken ist man meilenweit entfernt. Die Mannschaft hat sich zurückentwickelt. Ich kann mich erinnern in der Vorrunde folgenden Satz mehrmals wiederholt zu haben: Egal wer ausfällt, er wird geradezu gleichwertig ersetzt. Daher lasse ich das Argument Verletzungen nicht als Entschuldigung dienen.
Ich möchte nicht an den Verpflichtungen herummotzen, ich sehe ein, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind. Ich verstehe aber nicht wieso man Kritik gegenüber so taub sein kann. Ich denke da auch an den Satz, die letzten (10) Spiele zählen, oder die anderen bekommen auch noch ihre Schwächephase. Dies ist ein verkennen und Schönreden der wahren Situation. Die letzten Spiele verlieren wir offensichtlich erst recht. Als die anderen ihre Schächephase hatten waren wir nicht da.
Das hier an immer wieder auch eine Mitschuld an den Fans gesucht wird ist für mich nicht nachvollziehbar. Wir haben einen unglaublichen Zuschauerschnitt für die zweite Liga (europaweit erst recht), vor allem wenn man die unatraktiven Zeiten und die geringe Grösse KL´s miteinfliessen lässt. Es werden Choreos initiert, es wird gesungen und angefeuert auch bei einem Rückstand - speziell beim Spiel 1860 zu erkennen. Es laufen private Initiativen. Laut Fahnenträgeren machen wir einen unglaublichen Lärm. Was wünscht sich ein Spieler/Trainer/Verein denn mehr. Das man den Fussballverstand und jegliche Kritik am Eingang zurücklässt, entspricht nicht meinem Bild eines mündigen Menschen/Fans. Das gefordert wird, die die nicht zufrieden sind sollen zuhause bleiben ist blödsinnig - im Stadion herrscht glücklicherweise Meinungsfreiheit (auch wenn die Meinung mir von vielen nicht gefällt). Die Kurve wäre sehr leer und einsam. Auch der FCK würde die finanziellen Folgen spüren. Wenn die Hölle von vor 10-15 oder 20 Jahren zurückgewünscht wird kann ich das verstehen. Das aber die aktuelle Stimmung an der der vergangenen,
erfolgreicheren Zeiten gemessen wird ist ungerechtfertigt. Wir haben mit Sicherheit nicht immer um die Meisterschaft mit gespielt. Wir waren aber immer (bis auf den kleinen Ausrutscher) immer in der ersten Liga und hatten Erfolg. Es fällt nun mal einfacher sich über Tore und Siege zu freuen als über Niederlagen. Das hat auch mit Erfolgsfans oder nicht, nichts zu tun. Es ist einfach ein interessanteres Erlebnis gegen die namhaften Spieler aus der ersten Liga zu spielen, als gegen No-Names in der zweiten. hier spielt auch der Staus des Underdogs eine Rolle. Da fällt es natürlicherweise leichter sich selbst zu motivieren. Das irgendwann die Resigantion Einzug hält ist einfach nur menschlich und in der Konsequenz logisch. Wer dies als unwahr abtut hat sich noch nicht allzuviel mit dem Thema menschlicher Motive und Erteilsfindung befasst. Die Fans die in die zweiten Liga immer noch zu Tausenden pilgern als schlechte Fans abzuwerten, ist eine Unverschämtheit. Ich weiss wie es mir geht, und vielleicht sollte man auch einfach mehr Verständnis für ander haben. Mir geht es schlecht durch den Misserfolg des FCKs. Ich bin deprimiert, gereitzt, entäuscht und all das was ihr wahrscheinlich auch erlebt habt. Jetzt muss ich mir die Frage stellen, ist es für mich, mein Leben, meine Gesundheit förderlich, wenn ich meine eh schon relativ knapp bemessene Freizeit mit Ärgern, Fluchen und Unzufriedenheit erfülle? Oder wäre es nicht sinnvoller gefühlsmässig etwas auf Distanz zu gehen und den FCK und die Vorgänge in und um den Verein etwas neutraler sehen? Diese Frage wird für mich entscheidend beim Kauf einer neuen Dauerkarte sein. Bin ich jetzt Erfolgsfan oder nicht?