Es war ein hochdramatisches Derby mit dem glücklicheren Ende für das Team von Trainer Vladi Bogojevic. Die Kaiserslautern Braves behielten gestern Abend beim eminent starken USC Heidelberg knapp mit 86:83 (44:49) die Oberhand und bleiben damit weiter im Rennen um die Aufstiegsplätze. Somit kommt es am Karfreitag in der Lauterer Uni-Sporthalle zum mit Spannung erwarteten Duell um Platz zwei zwischen den Braves und den VPV Giants Nördlingen. „Die Heidelberger befinden sich klar im Aufwind und sind mit erwartet viel Energie und einer hohen Trefferquote ins Spiel gestartet. Da haben uns allein unsere Inside Player im Spiel gehalten“, kommentierte Braves-Sportdirektor und Assistant Coach Jan Christmann die Anfangsphase der Partie.
In der Tat hatte der USC nach wenigen Minuten den Respekt vor dem Tabellendritten abgelegt, und es entwickelte sich vor 1100 Zuschauern von Beginn an ein intensives, hochklassiges Match. Die vom bärenstarken Alexander Starr angetriebenen Hausherren lagen im ersten Viertel die meiste Zeit knapp in Führung (7:4, 15:12, 19:16). Tim Schwartz kassierte schon zu Beginn zwei Fouls kurz hintereinander und war frühzeitig weitgehend zum Zuschauen verdammt. Der USC verstand es vor allem in der ersten Halbzeit zudem glänzend, Whit Holcomb-Faye, Chris Oliver und Jeremy Hunt aus dem Spiel zu nehmen. Es war vor allem Center Stuart Robbins, der mit insgesamt 27 Punkten einen absoluten Sahnetag erwischte, zu verdanken, dass die Gäste bis zur Viertelpause auf Tuchfühlung blieben (23:24).
Das zweite Viertel verlief zunächst ausgeglichen, ehe es den Einheimischen durch die beharrlich punktenden Alexander Starr, dem hervorragend aufspielenden Youngster Jens Hirschberg und dem zunehmend besser ins Spiel findenden Center Peter Huber-Saffer gelang, einen etwas größeren Vorsprung herauszuarbeiten (37:29 und 47:38). Lauterns Guard Johnny Mathies hielt sein Team zusammen mit den langen Kerls Stuart Robbins und Mike Oppland jetzt noch im Rennen. Ganz wichtig für die Moral der Braves war sicherlich der Buzzerbeater von Whit Holcomb-Faye, der unmittelbar vor der Halbzeitsirene mit einem Dreier von 41:49 auf 44:49 verkürzte.
Das Team von Trainer Torsten Daume kam erneut mit viel Schwung aus der Kabine und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Beim Stand von 66:56 (27.) schien sich sogar eine Vorentscheidung zugunsten des USC anzubahnen. „In dieser Phase ist es uns gelungen, durch eine Steigerung der Intensität in der Defense wieder zurückzukommen“, betont Jan Christmann. Den Pfälzern gelang durch die Treffer von Oppland, Skender, Robbins und Holcomb-Faye bis zur letzten Viertelpause ein 10:2-Run. Auch Topscorer Chris Oliver hatte sich im dritten Viertel erfolgreich ins Spiel gearbeitet.
Mit einem knappen 66:68-Rückstand ging es für die Lauterer in den dramatischen Schlussabschnitt. Stuart Robbins brachte die Braves in der 33. Minute erstmals seit dem ersten Viertel wieder in Führung (73:72). Als Jeremy Hunt bei einem Distanzwurf gefoult wurde und anschließend alle drei Freiwürfe zum 80:75 (36.) verwandelte, schienen die Lauterer das Match endgültig gedreht zu haben. Aber die zahlreich angereisten Schlachtenbummler aus der Pfalz sollten in den letzten Minuten noch arg auf die Folter gespannt werden. Der USC fightete zurück und kam durch Jamie McNeilly wieder auf 79:80 (37.) heran. Stuart Robbins behielt in der 39. Minute die Nerven an der Freiwurflinie und verwandelte beide Versuche zur 84:81-Führung der Lauterer. Torsten Daume nahm eine Auszeit, nach der Sebastian Adeberg 36 Sekunden vor Schluss der Anschlusstreffer zum 83:84 gelang.
Jetzt nahm Vladi Bogojevic seinerseits eine Auszeit, um die taktische Marschroute für die verbleibende Zeit vorzugeben. Michael Jones eroberte 17 Sekunden vor Ende den Ball. Nun hatte plötzlich der USC bei eigenem Angriff die Möglichkeit, das Match doch noch für sich zu entscheiden. Alexander Starr zog zwei Sekunden vor Schluss beherzt zum Korb, die Lauterer Verteidigung stellte sich ihm entgegen, die Schiedsrichter sahen kein Foul, und der Ball landete schließlich bei Chris Oliver. Der USC zwang ihn eine Sekunde vor Ende noch einmal an die Freiwurflinie. Oliver markierte eiskalt seine Zähler Nummer 17 und 18 zum vorentscheidenden 86:83. Der anschließende Dreierversuch von Ben Sullivan verfehlte mit der Schlusssirene sein Ziel.
„Es war unheimlich wichtig, dass wir dieses Spiel noch gewonnen haben. Das Team hat in den letzten beiden Vierteln toll zusammengehalten. Die Erkenntnis, ein Spiel trotz solch einer schwachen Trefferquote bei einem richtig starken Gegner noch gewonnen zu haben, ist sehr wichtig. Die kämpferische Leistung war richtig klasse“, war Braves-Sportdirektor Jan Christmann sichtlich froh über den hart errungenen Sieg beim Lokalrivalen.
USC Heidelberg: Starr 16 (1 Dreier), Huber-Saffer 16, McNeilly 10 (1 Dreier), Adeberg 9, Jones 9 (1 Dreier), Hirschberg 8 (1 Dreier), Nash 6 (2), Sullivan 5, Stoll 4, Neuschl, Hug, Jurkewitz.
Kaiserslautern Braves: Robbins 27, Oliver 18, Oppland 11, Mathies 9 (1 Dreier), Hunt 7, Holcomb-Faye 6 (1 Dreier), Skender 6 (1 Dreier), Schoo 2, Kreis, Schwartz.
Quelle: Kaiserslautern Braves