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Wolf fordert Verstärkungen für Kaiserslautern
"Sonst reicht es nicht für die Bundesliga"
Hannover - Irgendwo auf dem kurzen Weg vom Stand in den Sitz verlor Wolfgang Wolf sein Gleichgewicht. Als der Trainer schließlich die Sitzfläche des Stuhls berührte, neigte sich dieser dramatisch zur Seite, und Wolf konnte einen Sturz nur durch eine Verlagerung des Körpergewichts verhindern.
Die Szene vor der Pressekonferenz veranlaßte den neuen Trainer des 1.FC Kaiserslautern nach dem 1:5 bei Hannover 96 zum wohl einzigen Lächeln des Tages. Er sagte: "So wacklig wie ich hat sich heute auch meine Mannschaft präsentiert."
Mit dem kleinen Unterschied, daß die Spieler ihren Fall nicht verhindert und beim Einstand ihres neuen Übungsleiters eine indiskutable Leistung geboten hatten. Die Pfälzer hatten in der AWD-Arena im ersten Spiel nach der Entlassung von Michael Henke allein vier Tore nach Standardsituationen kassiert, sie sind nun seit elf Spielrunden ohne Sieg.
"Die haben uns gar nicht richtig gedeckt", lieferte Michael Tarnat, Hannovers zweimaliger Torschütze, eine knappe, aber äußerst präzise Spielzusammenfassung. Dies lag auch an Wolfs ungewöhnlicher Entscheidung, Spielmacher Ervin Skela als Chef der Viererabwehrkette aufzubieten. Eine taktische Maßnahme, die dem gegnerischen Trainer offensichtlich entgegen gekommen war. Peter Neururer sagte: "Der einzige Spieler, vor dem wir in deren Offensive Respekt hatte, mußte in der Defensive spielen. So weit ich weiß, hat der gar kein Abwehrverhalten."
Will sich Wolf also nicht weiter so offensichtlich angreifbar machen, wird er Skela, der sich selbst über seine neue Position wunderte, wieder ins Mittelfeld schieben. Diese Maßnahme allein wird allerdings nicht genügen, um am Wochenende im wichtigen Spiel gegen Eintracht Frankfurt bestehen zu können. Das weiß auch Wolf, der bereits nach einem Spiel den ersten Notruf von sich gibt. Er fordert dringend Verstärkungen: "Meine Eindrücke der ersten Tage verfestigen sich. Wir müssen personell nachlegen, sonst reicht es nicht für die Bundesliga, das weiß ich jetzt schon. Die Positionen, um die es geht, habe ich schon im Kopf."
Die Erfüllung von Wolfs Wünschen ist allerdings problematisch, da die Transferliste einerseits erst wieder im Winter geöffnet wird -die Mannschaft muß die letzten drei Spiele der Hinrunde (gegen Frankfurt, in München, gegen Wolfsburg) also in der jetzigen Zusammenstellung bestreiten und versuchen, nicht den Anschluß zu verlieren. Andererseits hat der Klub den mit Abstand kleinsten Etat der gesamten Liga. Die Pfälzer kalkulieren mit 14,5 Millionen Euro und liegen 10 Millionen hinter den Vorletzten der Geldtabelle aus Duisburg und Mainz zurück.
Zudem kostete der Trainerwechsel Geld und Einnahmen durch Transfers sind nicht zu erwarten, da Spieler von der Lauterer Reservebank momentan nicht gerade begehrt sind. Also kommen nur Schnäppchen in Frage, die sich als Verstärkungen erweisen müssen, will Wolf nicht doch noch stürzen.