Zu der "Körperverletzung":
Wo soll man denn anfangen und wo aufhören? Stellt euch doch mal den umgekehrten Fall vor - Ballack verletzt Boateng, der die WM verpasst. Soetwas dürfte hier kaum für Reaktionen sorgen, außer für Schadenfreude bei denen, die den Boateng nicht leiden können.
Fouls sind ein taktisches Mittel im Fußball. Wenn ein Verteidiger merkt, dass sein Gegenspieler besser/schneller ist, dann muss er ihn schnellstmöglich mit unfairen Mitteln aufhalten, bevor es gefährlich wird.
Der Leitwolf eines zurückliegenden Teams wird von aller Welt gelobt, wenn er einen an der Mittellinie derbe umhaut und somit "ein Zeichen setzt".
Fouls sind Mittel einer unterlegenen Mannschaft. Portsmouth war gegen Chelsea klarer Außenseiter. Die wussten doch alle, dass sie in 9 von 10 Spielen gegen die als Verlierer vom Platz gehen. Also kann man sich entweder von Anfang an ob seiner Unterlegenheit ergeben, oder man tut alles, um doch zu gewinnen - und dazu zählt auch, dass man unfair agiert. Man tritt einem Spieler auf den Fuß, wenn man weiß, dass er dort verletzt ist (Demichelis/van Buyten gegen Rooney), man provoziert einen Hitzkopf, bis dieser austickt (Materazzi gegen Zidane), usw.
Das mag nicht schön sein, aber es gehört halt dazu.
Gerade wir als FCK-Fans sollten das doch eigentlich besser wissen.
Wenn jedes brutale Foul als "Körperverletzung" gelten würde, könnten wir heutzutage wohl Spieler wie Briegel, Ehrmann, Schäfer oder Lutz im Gefängnis besuchen...
Ich verstehe ja, dass Fußball hochemotional ist. Aber hinterfragt euch doch mal, ob ihr auch so reden würdet, wenn andere Spieler betroffen wären.
Ich will hier auch keine Parte für einen Boateng ergreifen, den ich absolut nicht ausstehen kann. Ich mag keine Menschen, die aus ihrem reichlich vorhandenen Talent nichts machen, weil sie einfach geistig zu limitiert sind, oder ihnen die Einstellung fehlt.
Aber man braucht doch hier keine Hexenjagd zu starten.