Kann ja sein, daß Ballack vorher schon hätte vom Platz gestellt werden müssen, aber immerhin hat er keine Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf genommen! Wegen einem Wischer im Gesicht verpaßt man nämlich keine WM. Wenn einem die Bänder im Fuß kaputtgetreten werden jedoch sehr wohl!
Wie man K.Boateng in Schutz nehmen kann, das versteh ich nicht. Mit "Körperverletzung" würde ich da zwar jetzt nicht kommen - es ist (im wertneutralen Sinne) eine solche, aber auf strafrechtliche Ebene brauch man das jetzt auch nicht zu hieven; das war ein grobes, absichtliches Foulspiel, das normalerweise mit Rot und längerer Sperre geahndet gehört - aber spez im derzeitigen Vor-WM-Fieber kann man jawohl schon verstehen, wenn so eine Geschichte eine gewisse Aufregung hervorbringt und daß man dem Täter möglichst das gleiche Los wie seinem Opfer wünscht.
@Klingenstädter:
Zu der "Körperverletzung":
Wo soll man denn anfangen und wo aufhören? Stellt euch doch mal den umgekehrten Fall vor - Ballack verletzt Boateng, der die WM verpasst. Soetwas dürfte hier kaum für Reaktionen sorgen, außer für Schadenfreude bei denen, die den Boateng nicht leiden können.
Fouls sind ein taktisches Mittel im Fußball. Wenn ein Verteidiger merkt, dass sein Gegenspieler besser/schneller ist, dann muss er ihn schnellstmöglich mit unfairen Mitteln aufhalten, bevor es gefährlich wird.
Der Leitwolf eines zurückliegenden Teams wird von aller Welt gelobt, wenn er einen an der Mittellinie derbe umhaut und somit "ein Zeichen setzt".
Fouls sind Mittel einer unterlegenen Mannschaft. Portsmouth war gegen Chelsea klarer Außenseiter. Die wussten doch alle, dass sie in 9 von 10 Spielen gegen die als Verlierer vom Platz gehen. Also kann man sich entweder von Anfang an ob seiner Unterlegenheit ergeben, oder man tut alles, um doch zu gewinnen - und dazu zählt auch, dass man unfair agiert. Man tritt einem Spieler auf den Fuß, wenn man weiß, dass er dort verletzt ist (Demichelis/van Buyten gegen Rooney), man provoziert einen Hitzkopf, bis dieser austickt (Materazzi gegen Zidane), usw.
Das mag nicht schön sein, aber es gehört halt dazu.
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- Ja, wo soll man anfangen und wo aufhören... Im umgekehrten Fall würde ich mich natürlich nicht, oder nur bedingt, aufregen - na und?! Was beweist das schon, außer das ich Fan der deutschen Mannschaft bin? Es wäre immernoch ein grobes, bösartiges Foul, aber eben eines, daß meine Interessen nicht so stark berührt. Das ist doch immer so... Wenn ich mich über alle Ungerechtigkeit in der Welt aufregen würde, von der ich zwar weiß, die aber mein Leben und dasjenige meiner unmittelbaren Mitmenschen nicht direkt beeinflußt, dann würde ich aus Ärger, Wut, Rachegefühlen, Frustration, Hilflosigkeit, etc gar nicht mehr herauskommen....
- "Fouls sind ein taktisches Mittel in Fußball": das stimmt, aber deshalb sind sie nicht legal, und erst recht nicht, wenn Verletzungen eindeutig in Kauf genommen werden. Die Geschichten wie Provokation, Foulen des Gegners bei bekannten Verletzungen u.ä. halte ich für absolut unsportlich und widerwärtig. Der Fakt, daß mittlerweile allgemein davon ausgegangen wird, daß sei "clever" - oder "gehöre dazu" wie Du es ausdrückst - ist sehr traurig und läßt ehrlich gesagt tief blicken.