Mit Angsthasenfußball in der Sackgasse gelandet
FUSSBALL: Der 1. FCK wird vom Hamburger SV vorgeführt - Mit einem 0:3 noch gut bedient - Gelb-Rot für Blank
KAISERSLAUTERN (cka). Der zwölfte Mann war der beste Mann: Vorgeführt worden ist der 1. FC Kaiserslautern am 8. Spieltag der Fußball-Bundesliga von der Mannschaft der Stunde. Der überragende niederländische Nationalspieler Rafael van der Vaart war mit zwei Toren und einer Traumvorlage der Vater des Hamburger 3:0 (1:0)-Erfolgs am Sonntag.
„Wir hatten einen offensiven Fußballspieler gesucht, der torgefährlich ist", sagte HSV-Trainer Thomas Doll zufrieden über seinen Star. Und dass er genau diese Qualitäten nicht nur besitzt, sondern auch dann abruft, wenn"s sein muss, bewies der Techniker. Bei seinem ersten Tor kam ein Befreiungsschlag Torsten Reuters von Thimothee Atouba postwendend zurück, Sergej Barbarez legte mit der Hacke vor und van der Vaart traf aus 18 Metern ins kurze Eck - durch Ingo Hertzschs Beine (36.). Mit einem Traumpass übers halbe Spielfeld bediente der 22-Jährige Barbarez, der FCK-Keeper Jürgen Macho mit einem präzisen Ball ins kurze Eck keine Chance ließ - 0:2 (50.). Schließlich nahm van der Vaart sich nach einem Zuspiel Guy Demels einfach noch einmal ein Herz - und traf aus 18 Metern (82.) „Gar nicht schlecht für einen Holländer", meinte HSV-Keeper Stefan Wächter ...
Die einen hatten gut lachen, die anderen schlecht laufen. Der FCK rannte dem HSV hinterher. Bei den „Roten Teufeln" war Regisseur Ervin Skela zunächst draußen geblieben, belebte das FCK-Spiel aber nach der Pause. FCK-Trainer Michael Henke versuchte es mit einem 4-4-2-System. Und das ging schief. Nach der 1:5-Niederlage gegen Bremen sei die Euphorie, die sich nach dem guten Saisonstart breitgemacht hatte, schlagartig weggewesen, meinte Henke.
Seitdem hat der FCK umgestellt, aber nicht unbedingt mit Erfolg: 0:0 in Bielefeld, 0:2 gegen Mainz, 0:1 in Stuttgart und am Sonntag 0:3 gegen die Hamburger, die seit zehn Jahren auf dem Betzenberg nicht mehr gewonnen und das auch im Hinterkopf gehabt hatten. Das Manko, die vielen Gegentore, auf der einen Seite abstellen - auf der anderen aber auch gewinnen wollen, ist ein Spagat, der dem FCK so nicht zu gelingen scheint.
Die taktische Ausrichtung sei nicht defensiv gewesen, argumentierte der FCK-Coach. Aber Halil Altintop und Rückkehrer Carsten Jancker, dieses Mal an der Seite des türkischen Nationalspielers, bekamen wieder zu wenig Bälle. Axel Bellinghausen war überglücklich, sein erstes Bundesliga-Spiel von Beginn an bestreiten zu dürfen, fand aber viel zu selten den Vorwärtsgang. Sein Hintermann Stefan Blank kassierte mit zwei blöden Fouls (im Mittelkreis an Wicky, 14. und im Niemandsland an van der Vaart, 65.) die gelb-rote Karte.
„Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber noch an eine Wende geglaubt", meinte Henke. Vor allem weil er spürte, dass ein FCK-Tor die Stimmung anheizen würde. Die war erstaunlich gut angesichts von Lauterern, die bei ihren besten Chancen am Ball vorbei traten (Pletsch, Altintop, 58.). „Die Fans waren fantastisch, es ist bewundernswert, welche Geduld sie haben", befand Henke, der schauen sollte, dass wieder einer auf dem Spielfeld bester Mann wird.
so spielten sie:
1. FC Kaiserslautern: Macho - Lembi (46. Skela), Pletsch, Hertzsch, Blank - Riedl, Reuter, Engelhardt, Bellinghausen - Jancker (64. Göktan), Altintop
Hamburger SV: Wächter - Demel (85. Ziegler), Boulahrouz, van Buyten, Atouba - Wicky (65. Trochowski) - Jarolim, Beinlich - van der Vaart - Takahara (74. Mpenza), Barbarez
Tore: 0:1 van der Vaart (36.), 0:2 Barbarez (50.), 0:3 van der Vaart (82.) - Gelbe Karte: Wicky (2) - Gelb-rote Karte: Blank (65.) - Beste Spieler: Skela - van der Vaart, Barbarez, Atouba, van Buyten - Zuschauer: 34.775 - Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart).
KAMMC / KAMMC
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFAL´Z