Professionelle Werbung war das nicht
FUSSBALL: 1. FC Kaiserslautern leistet beim 1:1 bei Borussia Neunkirchen nur viel Laufarbeit
NEUNKIRCHEN (ffg). Werbung für sich selbst hat Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern gestern Abend im Freundschaftsspiel gegen Borussia Neunkirchen nun wirklich nicht betrieben. Und ein Selbstbewusstseinsschub ist durch das mühevolle 1:1 (0:0) beim saarländischen Oberligisten auch nicht zu erwarten.
FCK-Cheftrainer Michael Henke setzte kurz nach dem Schlusspfiff im altehrwürdigen Ellenfeldstadion dennoch das Positive an den Anfang seiner Ausführungen: „Es war eine gute Trainingseinheit, weil wir viel laufen mussten." Wenn man"s so nimmt, hat der 48-Jährige sicher Recht. Aber ein bisschen mehr als „viel laufen" muss man von Bundesliga-Profis schon erwarten können. Zumal Henke am Donnerstag noch betont hatte, dass seine Mannschaft auch nach einer harten Trainingswoche in der Lage sein sollte, ein vernünftiges, besser noch ein gutes Spiel abzuliefern. Das Prädikat „gut" hatte der Auftritt der „Roten Teufel" auf keinen Fall verdient. Und „befriedigend" war das auch nicht. Also „ausreichend"? Nein, nein: zwar nicht „ungenügend", aber sicher auch nicht besser als „mangelhaft".
Zwar erspielte sich der FCK in der ersten Halbzeit die eine oder andere Chance, doch meistens kamen die Lauterer gar nicht erst zum Abschluss. Weil Jochen Seitz und Carsten Jancker zu zaghaft zu Werke gingen. Oder weil einer der aufopferungsvoll kämpfenden Neunkircher im letzten Moment dazwischen rutschte. Und weil Borussen-Keeper Sascha Purket seine ganze Routine aus zwölf Jahren im Neunkircher Tor in die Waagschale warf. „Wir hätten unsere Chancen besser verwerten müssen", sagte später Ingo Hertzsch, der in der ersten Halbzeit mit Marcelo Pletsch und in der zweiten mit dem guten Hervé Lembi die Innenverteidigung bildete. Auf der linken Abwehrseite durfte (musste?) Timo Wenzel über 90 Minuten ran - er ist wohl erste Wahl für das nächste Bundesligaspiel gegen Dortmund; zumal Stefan Blank wegen seiner gelb-roten Karte gesperrt zuschauen muss.
Im zweiten Durchgang kam der Favorit doch noch zur Führung, obwohl er keinen echten Stürmer mehr auf dem Feld hatte. Carsten Jancker musste in der Pause mit Adduktorenproblemen raus. „Und bei Boubacar Sanogo war klar, dass er höchstens 45 Minuten spielen kann", informierte Henke. Seitz brachte die Gäste nach einer guten Flanke des ansonsten unglücklichen Mihael Mikic per Direktabnahme in Führung (71.). Dass der FCK das Match trotzdem nicht gewann, passt irgendwie ins derzeitige Bild. Aus dem Nichts heraus landete ein Kopfball des Neunkircher Kapitäns Roland Rein, der in der Jugend auch beim 1. FCK spielte, im Gehäuse des ansonsten beschäftigungslosen Thomas Ernst (83.). „Unglücklich", stöhnte der Torhüter. „Das war ein typisches Gegentor für uns", ärgerte sich Seitz.
So spielten sie:
Borussia Neunkirchen: Purket (46. Borisov) - Haubert, Kerber (89. Acar), Schmit, Hürther (74. Schmidt) - Rheinheimer (81. Kamu), Flausse (74. Eremeev), Dewes (90. Kolosimac), Rein - Quack (70. Afryie), Bersin (46. Toppmöller)
1. FC Kaiserslautern: Ernst - Lembi, Pletsch (46. Reuter), Hertzsch, Wenzel - Mikic, Sforza, Engelhardt (46. Nerlinger), Seitz - Jancker (46. Blank), Sanogo (46. Bellinghausen)
Tore: 1:0 Seitz (71.), 1:1 Rein (83.) - Beste Spieler: Purket - Lembi - Zuschauer: 1000 - Schiedsrichter: Sahler (Mutterstadt).
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Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ