Sasic als Rekdal-Nachfolger gehandelt
Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern und der SC Paderborn haben vor dem drohenden Sturz in die Drittklassigkeit die Notbremse gezogen: Die beiden Zweitligisten trennten sich von ihren Trainern.
Der Kroate Milan Sasic trainierte zwischen 2002 und 2007 die TuS Koblenz
Die "Roten Teufel" gaben am Samstag, wenige Stunden nach der 1:2-Heimniederlage gegen 1860 München ihrem norwegischen Coach Kjetil Rekdal den Laufpass.
Als möglicher neuer Coach auf dem Betzenberg wird Milan Sasic (früher TuS Koblenz) gehandelt. Bereits am Freitagabend war Holger Fach in Paderborn geschasst worden.
"Ich bin weder böse noch überrascht", sagte der 39-jährige Rekdal der norwegischen Tageszeitung "Dagbladet". "Die Klubführung steht unter einem gewaltigen Druck. Das ist vielleicht der letzte Strohhalm, und den ergreifen sie jetzt."
Fuchs nennt Gründe
Fritz Fuchs, Teammanager Sport des FCK, begründete in der Tageszeitung "Die Welt" die Entlassung: "Es kamen drei Dinge zusammen. Erstens stehen wir auf einem Abstiegsplatz und haben bereits fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Zweitens haben wir von 19 Spielen nur drei gewonnen. Drittens begeht die Mannschaft immer wieder kehrende Fehler. Also legen wir nun unsere letzte Patrone ein."
Der Nachfolger soll bereits "bis Dienstag" (Fuchs) gefunden sein: "Wir brauchen einen Mann, der entscheidungsfreudig ist, kein Risiko scheut und Erfahrung in der zweiten Liga hat." Rekdal habe die Mannschaft "an der langen Leine" gelassen, diese habe das Vertrauen aber nicht zurückgezahlt.
Offenbar sucht der Ex-Meister nun einen anderen Trainertyp. Fuchs: "Einen, der Wert auf Disziplin und Ordnung legt und auch mit ein paar Euro weniger zufrieden ist. Wir sind schließlich nicht auf Rosen gebettet."
Zusammen mit Rekdal wurden in Kaiserslautern auch die Co-Trainer Roger Lutz und Wolfgang Funkel freigestellt. Als Interimstrainer fungiert Amateurcoach Alois Schwartz mit seinem Co-Trainer Oliver Schäfer.
Verwunderung über Zeitpunkt
Trotz der tiefen sportlichen Krise beim FCK wundert sich Rekdal dennoch über den Zeitpunkt seines Rauswurfs. "Gegen 1860 haben wir sehr gut gespielt. Wenn wir ein elendiges Spiel gemacht hätten, wäre das etwas anderes, aber das war nicht der Fall."
Der dreimalige deutsche Meister steht nach 19 Spieltagen mit nur 16 Punkten in der 2. Liga auf einem Abstiegsplatz und hat bereits fünf Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.
In der Winterpause hatte sich der FCK mit den Mittelfeldspielern Georges Mandjeck vom deutschen Meister VfB Stuttgart und Benjamin Weigelt (Alemannia Aachen) sowie Stürmer Victorias Iacob (Steaua Bukarest) verstärkt.
Toppmöller brüskiert
Rekdal, dessen Vertrag bis 2010 datiert ist, hatte bereits nach dem 1:2 zum Abschluss der Hinrunde beim 1. FC Köln unter Beschuss gestanden. Doch der FCK-Vorstand hatte damals dem Coach das Vertrauen ausgesprochen und damit Klub-Idol Klaus Toppmöller brüskiert.
Der einstige Bundesliga-Torjäger, derzeit Nationaltrainer in Georgien, war daraufhin nach nur sechs Wochen zurückgetreten. Zuvor hatte bereits Sportdirektor Michael Schjönberg seinen Posten vorzeitig aufgegeben. Dafür war Fuchs zum neuen Teammanager Sport bestimmt worden.
Neunter Rauswurf in Zweiter Liga
Die Entlassung Rekdals bedeutet zugleich den neunten vorzeitigen Trainerwechsel des Unterhauses in der laufenden Saison.
Am Freitag war bereits Holger Fach als Coach des Tabellenletzten SC Paderborn durch Pavel Dotschew ersetzt worden.
Zuvor waren Djuradj Vasic (SV Wehen Wiesbaden), Frank Neubarth (FC Carl Zeiss Jena), Rainer Hörgl (FC Augsburg), Wolfgang Frank (Kickers Offenbach), Guido Buchwald (Alemannia Aachen), Gerd Schädlich (Erzgebirge Aue), Valdas Ivanauskas (FC Carlo Zeiss Jena) und Holger Fach (SC Paderborn) von ihren Aufgaben entbunden worden.
Rekdal ist der 329. Trainer seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga 1981, der vorzeitig gehen musste.