Interview mit Michael Henke: „FCK in Phase des Umbruchs – Braucht ein Stück Geduld“
Ob in der Politik oder im Fußball: Nach 100 Tagen Amtszeit wird Zwischenbilanz gezogen. Diese Marke hat Chef-Trainer Michael Henke beim 1. FC Kaiserslautern nahezu erreicht. Im nachstehenden Interview (Teil 1) blickt er auf seine bisherige Tätigkeit bei den „Roten Teufeln“ zurück, schaut aber auch nach vorne und sagt: „Wie andere Vereine, so befindet sich der 1. FCK ebenfalls in einer gewissen Phase des Umbruchs, aus der dann hoffentlich eine Phase des Aufbruchs wird. Dazu würde ich hier – im Zusammenspiel mit anderen – sehr gerne meinen Beitrag leisten und dafür längerfristig beim FCK tätig sein.“
Michael Henke, Anfang der kommenden Woche sind Sie 100 Tage als Chef-Trainer beim 1. FC Kaiserslautern tätig. Wie fällt nach gut drei Monaten im Amt Ihre Zwischenbilanz aus?
Michael Henke: „Auf alle Fälle kann ich aus Überzeugung sagen, dass mir die Arbeit beim FCK und mit dieser Mannschaft sehr großen Spaß bereitet und dass der Schritt nach Kaiserslautern für mich persönlich die richtige Entscheidung war, woran ich allerdings auch nie einen Zweifel hatte. Vielmehr bin ich noch einmal zusätzlich in meiner Meinung bestätigt worden, dass beim 1. FCK eine Menge zu bewegen ist.“
„Basis für gute Entwicklung sicher vorhanden“
Was stimmt Sie zuversichtlich?
Michael Henke: „So eine Entwicklung braucht natürlich eine gewisse Zeit und dementsprechend auch ein Stück Geduld, obwohl diese Art von Ausdauer im heutigen Fußball schwer fällt. Wie andere Vereine, so befindet sich der 1. FCK aber ebenfalls in einer gewissen Phase des Umbruchs, aus der dann hoffentlich eine Phase des Aufbruchs wird. Dazu würde ich hier – im Zusammenspiel mit anderen – sehr gerne meinen Beitrag leisten und dafür längerfristig beim FCK tätig sein. Ich kann mich da nur immer wiederholen: Die Basis für eine gute Entwicklung ist bei diesem Traditions-Verein ganz sicher vorhanden.“
Sportlich ging es in Ihrer Zeit beim FCK ein wenig auf und ab.
Michael Henke: „So schön die anfänglichen Erfolge waren, so unzufrieden bin auch ich als Trainer natürlich mit den letzten Spielen und der ungenügenden Punkte-Ausbeute. Wenn wir das Derby gegen Mainz gewonnen hätten, wären wir zweifellos im Soll.“
Diese Niederlage war für die Fans eine besondere Enttäuschung, die immer noch nachwirkt. Verständlich?
Michael Henke: „Nicht nur für die Fans, sondern auch für die Mannschaft und für mich selbst war das ein bitteres Erlebnis. Wir wissen doch auch, welche Bedeutung ein solches Spiel gegen einen Nachbarn für die gesamte Grundstimmung hat. Leider ist es uns aber nicht gelungen, auf dem Platz das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. An der Einstellung der Mannschaft lag es aber zweifellos nicht.“
„Bitterer Rückschlag auch Bewährungsprobe“
Fürchten Sie, dass die anfangs fast schon euphorische Stimmung umschlägt?
Michael Henke: „Schon direkt nach dem Spiel gegen Mainz habe ich ja schon gesagt, dass ein solcher bitterer Rückschlag auch eine Bewährungsprobe für den Zusammenhalt von Verein, Fans und Mannschaft darstellt. In dieser Hinsicht sind dann alle Seiten gefordert, ganz besonders natürlich Trainer und Spieler. Aber obwohl ich weiß, dass die Beurteilung im Fußball heute oft nur schwarz oder weiß kennt, sollten auch gewisse Voraussetzungen nicht ganz außer Acht gelassen werden.“
Auf was spielen Sie damit an?
Michael Henke: „Dass die Umstände in wirtschaftlicher Hinsicht beim FCK nicht so rosig sind wie bei anderen Vereinen, ist bekannt. Und auch ich habe das bei meiner Zusage in Kaiserslautern gewusst und akzeptiert. Auch deshalb habe ich schon bei meinem Amtsantritt ganz besonders herausgestellt, wie wichtig der Zusammenhalt aller Bereiche, vom Verein selbst über die Fans bis hin zur Mannschaft, ist.“
Der Saison-Auftakt war bemerkenswert gelungen, doch seit dem 1:5 gegen Bremen läuft es nicht mehr rund. Welche Gründe sehen Sie für diese Entwicklung?
Michael Henke: „Die deutliche Niederlage gegen die top-besetzten Bremer war nicht nur ein Dämpfer, sondern hatte länger anhaltende Wirkung. Leider ist unsere Mannschaft noch nicht so stabil, um so etwas einfach wegzustecken. Deshalb müsste es dann auch mal ein wenig mehr Verständnis geben, wenn man beim anschließenden Spiel in Bielefeld ein wenig vorsichtiger zu Werke geht und unter dem Strich ein 0:0 herauskommt.“
Was ist ausschlaggebend für die genannten Schwankungen?
Michael Henke: „Es fehlt uns noch die Konstanz zu einer gleichmäßigen Leistung über einen längeren Zeitraum oder gar über eine ganze Saison. Hinzu kam, dass mit Carsten Jancker und Boubacar Sanogo gerade für den Mannschaftsteil gleich zwei Spieler ausgefallen sind, in dem wir unter solchen Umständen dann leider zu dünn besetzt sind. Wobei wir insgesamt – und da klopfe ich drei Mal auf Holz – bislang sonst nur sehr wenige Verletzungen verkraften mussten. Diese Tatsache sehe ich auch als einen Beleg dafür, dass wir mit der Mannschaft im Training gut arbeiten und diesbezüglich den richtigen Weg eingeschlagen haben.“
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