Bei dem folgenden Artikel müsste das Gummi von den Schuhen unserer Kicker im Stadion zu riechen sein oder Ehrmann hatte recht mit seiner Schwuchteltruppe:
http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/mainz.html
bevor der artikel vom netz genommen wird hier nochmals das ganze zum mitlesen (
und an die kabinentuer nageln )
05-Manager hat die negative Stimmung satt
Heidel: "Wir hauen Lautern weg"
Mainz - Was in ruhigem Ton begann, endete mit lautstarken, feurigen Appellen: Christian Heidel redete sich gestern so richtig heiß im MRZ-Gespräch. Der Manager des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 fordert am Samstag von Spielern und Fans des Vereins die völlige Verausgabung im ersten großen Abstiegskampf 2006 gegen den 1.FC Kaiserslautern. Heidel: "Es gibt nur ein Ziel: Lautern schlagen. Und das wird die Mannschaft auch tun." Der Manager hat die weinerliche Stimmung vieler Anhänger nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge satt.

Christian Heidel hat zum ersten verbalen Schlag vor dem Fastnachtsderby gegen den 1.FC Kaiserslautern ausgeholt. "Es kommt mir vor, als müsste man die Stadt wecken", sagte der Manager des FSV Mainz 05. Heidel ist sich sicher: "Wir holen uns den Sieg, dann können die Leute feiern, bis die Balken krachen."
Die Intension des Anrufs war, einen Kommentar von Christian Heidel zur chronischen Schwäche des FSV Mainz 05 an Fastnacht zu erhalten. Schließlich kamen die 05er in acht Erst- und Zweitligaspielen an den hohen Mainzer Feiertagen noch zu keinem Sieg, stattdessen gab es vier Remis und vier Niederlagen.
Der FSV-Manager sagte: "Man kann auch sicher noch andere Daten finden, an denen wir nicht gut waren." Dass es einen Zusammenhang zwischen den tollen Tagen und schwächelnden 05-Profis gibt, glaubt Heidel absolut nicht. "Für uns Mainzer ist Fastnacht etwas Besonderes. Aber ein Profi wie Conor Casey oder viele andere haben damit doch nichts am Hut."
"Jetzt kommen Gegner, die wir schlagen müssen"
Und dann übernahm Christian Heidel die Initiative. Und er legte mächtig los. "Bei uns im Verein, erst recht in der Mannschaft, ist alles andere als Weltuntergangsstimmung. Aber da draußen zergehen viele Fans vor Selbstmitleid. Das kann ja wohl nicht sein", polterte der Manager. Und Christian Heidel war nicht zu bremsen. "Ja, wir haben in Hamburg, Bremen und Stuttgart verloren, das sind aber auch drei der sechs besten Mannschaften. Da verlieren auch andere. Fragen Sie doch mal den Frankfurter Kollegen Heribert Bruchhagen, wie die Bilanz der Eintracht gegen diese Klubs aussieht. Jetzt kommen Gegner, die wir schlagen müssen. Und wir werden Kaiserslautern schlagen, weil wir besser sind."
Dass sich die Mainzer Profis am Samstag in der nötigen Verfassung präsentieren, davon geht Christian Heidel aus. Kein Wort von den zuletzt aufgetretenen Schwächen. Kein Zeichen eines Einkni-ckens beim Manager. Der Mann sorgt sich vielmehr um den Zustand der Fans. "Wir müssen uns gegen eine Depression wehren. Wir haben keine Krise."
Heidel war wieder in seinem Element: "Hätte mir einer vor Saisonbeginn gesagt, dass wir nach 22 Spieltagen über dem Strich zur Abstiegszone stehen, hätte ich das gekauft. Aber jetzt brauchen die Jungs Unterstützung. Und nicht erst Sekunden vor dem Anpfiff, am besten schon zwei Stunden davor. Ich werde natürlich das Schunkeln nicht verbieten, aber wir brauchen echte Fußballatmosphäre von 18.500 Leuten." Der Manager weiter: "Jetzt muss alles raus, die hauen wir weg."
Christian Heidel musste sich anscheinend von zu vielen Leuten in den zurückliegenden Tagen anhören, was im Fall einer Niederlage gegen die Pfälzer passiert. "Diese Diskussionen nerven mich. Natürlich können wir im weiteren Saisonverlauf noch unter den Strich rutschen. Aber wichtig ist, dass wir nach 34 Spieltagen nicht abgestiegen sind. Und wir werden auch nach dem Duell am Samstag nicht drunter sein."
Noch lange nicht genug
Heidel vermisst ein wenig die Freude der Mainzer am Mitwirken ihres Klubs in der Fußball-Bundesliga. "Es kommt mir vor, als müsste man die Stadt wecken." Das wollte der Manager schon ein paar Tage vor dem Derby tun. "Hallo, wir sind dabei." Dass sich die Pfälzer vorerst durch zwei Siege - einem 2:0 bei Werder Bremen und einem 2:0 gegen Arminia Bielefeld - aus dem tiefsten Schlamassel befreit haben, beeindruckt den Mainzer Manager nicht besonders. "Die Lauterer hatten in Bremen Glück und auch gegen Bielefeld. Wir machen uns doch wegen deren Leistungen nicht die Hose voll. Wir wissen, dass wir besser sind."
Aber Heidel hatte noch immer nicht genug. "Jahrelang mussten wir uns vor dem 1.FC Kaiserslautern verstecken. Aber wir haben die vergangenen drei Spiele gegen die Pfälzer gewonnen. Und am Samstag müssen alle etwas dafür tun, dass es den vierten Sieg gibt."
Ein Kurztrainingslager der 05er vor dem Fastnachtsschlager stand nach dem 1:2 beim VfB Stuttgart am Sonntag nie zur Debatte, sagte Christian Heidel. "Dazu gibt es einfach keine Veranlassung." Der Manager glaubt wie Cheftrainer Jürgen Klopp und dessen Crew, dass die zuletzt aufgetretenen Fehler auf dem normalen Weg zu beheben sind.
Rot-weiße Fastnachtsfeier?
Und dann blies Christian Heidel zum Finale: "Wir holen uns den Sieg am Samstag, dann können die Leute in rot-weiß Fastnacht feiern, bis die Balken krachen." Gut gebrüllt, Löwe. Dumm nur, dass diese verbale Attacke am Samstag keine Punkte bringt. Dann sind die 05-Fans, vor allem aber die Bruchweg-Profis an der Reihe.
Jens Grützner